Marktoberdorf
Unverheiratete Paare erhalten nun Punkte

Paare, die in einer eheähnlichen Gemeinschaft leben, erhalten Punkte. Nicht in der Verkehrssünderdatei in Flensburg, sondern bei der Stadt Marktoberdorf. Mit dieser Änderung sollen sie bei der Bewerbung um einen städtischen Bauplatz besser berücksichtigt werden. Bedingung: Beide müssen den Kaufvertrag unterzeichnen.

Dies ist nur eine Änderung des Katalogs. Außerdem gibt es je nach Einkommen mehr Punkte. Ebenso sind nun diejenigen berücksichtigt, die zwar auswärts wohnen, aber in Marktoberdorf arbeiten. Bisher waren sie leer ausgegangen. Zudem wurde die Zeit, in der ein Bauplatzbewerber im Stadtgebiet wohnen muss, um weitere Punkte zu erhalten, verkürzt.

CSU will Katalog abschaffen - mehrheitlich abgelehnt

Der Stadtentwicklungsausschuss beschloss die von der Verwaltung vorgeschlagenen Änderungen. Dem waren jedoch eine längere Diskussion und ein Antrag der CSU-Fraktion voran gegangen. Sie hatte gefordert, den Punktekatalog ganz abzuschaffen. «Wir müssen bestrebt sein, für den Standort Marktoberdorf zu werben», erklärte Fraktionssprecher Markus Singer. Der Punktekatalog aber schließe einige, an städtischem Baugrund interessierte Bevölkerungsschichten aus.

Die soziale Komponente, die durch den Katalog berücksichtigt werden soll, ließe sich auch auf anderem Weg umsetzen. Singer schlug eine Reduzierung des Kaufpreises oder die Gewährung von Prämien zum Beispiel für Familien mit Kindern vor.

Gegenwind bekam Singer nicht nur von Bürgermeister Werner Himmer. Das System habe sich bewährt, es sei «sehr sinnvoll und wird von allen Bewerbern so akzeptiert». Selbst wenn jemand abgelehnt werde, was aber nur in seltenen Fällen passiere, zeige derjenige Verständnis. Eine Abschaffung habe zur Folge, «dass ich allein nicht mehr die Entscheidung fällen kann, wer ein Grundstück erhält und wer nicht», machte Himmer deutlich. Dann müsse ein neues Gremium her.

Ortssprecher fordert «Lex Sulzschneid»

Wolfgang Schmid (Freie Wähler) sprach sich ebenso für den Erhalt aus: «Mit dem Katalog geht man der Nachrede aus dem Weg.» Ähnlich argumentierten Peter Fendt (Bayernpartei) und Jutta Jandl (SPD). Sulzschneids Ortssprecher Roland Müller hingegen stellte den Katalog in Frage. Seit der Eingemeindung stagniere die Bevölkerungszahl des Dorfes. Das führe dazu, dass Sulzschneid überaltere und eines Tages das Vereinsleben am Boden liege. Der Katalog erschwere es jüngeren Menschen, auf städtischem Grund in Sulzschneid zu bauen. Werde am Katalog festgehalten, «fordere ich eine Lex Sulzschneid». Gehör fand er damit nicht. «Jeder kann sich bewerben und mit mir sprechen», sagte Himmer.

So lehnte der Ausschuss den Antrag der CSU, den Katalog abzuschaffen, mit 4:9 Stimmen ab und beschloss stattdessen einmütig die Änderung der Kriterien.

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