Unterallgäuer Jugendliche stehen zu ihrer Mitgliedschaft und finden Traditionen wichtig

Ist es peinlich, in einem Verein zu sein? Unterallgäu Egal ob Musik- oder Schützenverein, Feuerwehr oder Trachtenverein - im Unterallgäu gibt es diese Traditionsvereine in fast jeder Gemeinde. Aber in Zeiten von Handy und Internet stellt sich die Frage, wie viele Jugendliche noch Zeit und Lust haben, sich für die Tradition zu begeistern. Und müssen sich die Jugendlichen, die sich engagieren, schon für ihr Hobby schämen? Unsere Jugendreporterin Dorothee Merkl hat bei drei Jugendlichen nachgefragt.

'Ich bin im Schützenverein und in der katholischen Landjugend, weil es Spaß macht, eine gute Freizeitgestaltung ist und Landjugend bei uns einfach eine Tradition ist', sagt der 16-jährige Roland Wölfle aus Böhen. Verleugnet habe er diese Vereine noch nie. 'Ich bin ja in diesen Vereinen, weil ich das will, ansonsten wäre es ja eine Kleinigkeit auszutreten. Dass ich in diese Vereine eingetreten bin, kommt von meinen Eltern. Sie haben mich konservativ erzogen und es wurde mir einfach beigebracht, dass Tradition etwas Wichtiges ist. Aber eigentlich sollte das jeder für sich entscheiden. Allgemein ist es mit der Tradition nicht mehr so wie es mal war und in nächster Zeit wird sich das auch nicht bessern', findet er.

Die 16-jährige Judith Wegmann aus Bad Grönenbach ist Mitglied der Bad Grönenbacher Musikanten. Warum? 'Es macht mir Spaß. Vor allem, weil ich mit Leuten jeglichen Alters zusammenspielen kann. Mein Vater spielt schon lange mit und durch ihn bin ich dazu gekommen. Ich könnte es mir gar nicht vorstellen, zu verheimlichen oder sogar zu lügen, wenn es darum geht, dass ich in diesem Verein bin', sagt die 16-Jährige. 'Traditionen zu pflegen ist überhaupt wichtig, weil man so dafür sorgt, dass Älteres nicht in Vergessenheit gerät.' Sie glaubt, dass Traditionen für viele Unterallgäuer Jugendliche noch wichtig sind, weil sonst nicht so viele im Musikverein oder bei der Feuerwehr wären.

Auch der 17-jährige Michael Schwarz aus Bad Grönenbach ist bei der Feuerwehr und im Schützenverein. 'Speziell schießen finde ich einfach faszinierend, es sind dort auch viele in meinem Alter', sagt er. Bei der Feuerwehr sei er auch, um sich in die Gesellschaft einzubringen. 'Ich führe damit die Tradition meines Vaters fort, der auch schon in der Feuerwehr war. Außerdem dient man bei der Feuerwehr der Allgemeinheit. Zu den Schützen bin ich durch mein eigenes Interesse und meinen Freundeskreis gekommen. Die Feuerwehr ist selbst auf mich zugekommen und hat gefragt, ob ich Lust hätte mitzumachen und da wurde ich neugierig auf diesen Haufen.' Bei der Feuerwehr zu sein habe er noch nie verschwiegen, den Schützenverein aber schon. 'Das war einmal bei einer Person, bei der ich Angst davor hatte, dass sie es komisch findet', gibt der 17-Jährige zu. 'Die Tradition zu pflegen ist gut, aber nicht zu extrem. Man sollte sich immer fragen, ob man das überhaupt will. Was ich nicht machen will, lasse ich mir nicht aufzwingen. Und man braucht auch Zeit, um etwas gescheit zu machen.'

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