Marktoberdorf
Unter Wasser fast zu Hause

Gemütlich mit warmem Früchtetee oder Glühwein am Ofen sitzen, das ja. Aber ins Wasser? Na klar, sagt Gabriela Zachari. Sie freut sich schon auf die bald anstehende Übung im Elbsee - am liebsten unter Eis. Denn seit ein paar Wochen verstärkt sie als Rettungstaucherin die Wasserwacht Marktoberdorf. Bisher versahen fünf Männer den nicht immer leichten Dienst. Nun ist sie dort die erste Frau im dicken Neoprenanzug und der Luftflasche auf dem Rücken, im Landkreis gibt es mehrere.

Die Ausbildung zum Rettungstaucher ist sehr anspruchsvoll und erstreckt sich über insgesamt zehn Monate. Mit der schriftlichen Prüfung endet der theoretische Teil. Er hat unter anderem Sicherheitsregeln, Tauchphysik und -medizin, Gerätekunde und Tauchgangberechnung zum Inhalt. Dem folgt die praktische Ausbildung mit 20 Unterrichtseinheiten im Hallenbad und 30 Stunden in offenen Gewässern, dem sogenannten Freiwasser. Für die Buchloerin Gabriela Zachari fanden sie unter Anleitung von Karl Schied und Helma Otten-Schied, ebenfalls auch Buchloe, statt.

So wie Zachari beginnen die meisten als Rettungsschwimmer bei der Wasserwacht. Seit zehn Jahren ist sie inzwischen dabei.

«Ich helfe gern, bin gern sportlich unterwegs, freue mich über die Gemeinschaft und treffe gern Gleichgesinnte», begründet sie den Schritt in die Einheit des Bayerischen Roten Kreuzes. Weil sie jedoch auch Sporttaucherin im Marktoberdorfer Tauchclub ist, lag das Abtauchen fast nahe. Allerdings sei das Rettungstauchen um einiges anspruchsvoller. «Man lernt noch mehr dazu.» Viele Abende und Wochenenden opferte sie für die Ausbildung. Wobei sie das überhaupt nicht als Opfer sieht: «Wenn man etwas gern macht, ist es nicht lästig.»

Gern im und unter Wasser

Zuvor muss ein Arzt die Tauchtauglichkeit bescheinigen. «Und man muss gern im und unter Wasser sein.» Da trennt sich oft schon die Spreu vom Weizen. Die nächste Hürde ist der Einsatz. «Jeder Taucher entscheidet selbst, ob er mit der Situation konfrontiert werden will. Aber ich mache mir diese Gedanken nicht: Ich will ja helfen.» Das wollen auch die fünf Männer im Bunde, Stefan Allramseder, Erwin Fischer, Thomas Goßler, Bernd Haas und Norbert Otte. Sie freuen sich über die Verstärkung.

Die Rettungstaucher gehören zur Schnelleinsatzgruppe (SEG) der Wasserwacht. In der Hauptsache werden sie zur Suche, zur Rettung oder auch zur Bergung Verunglückter angefordert. Das ist meist der Fall, wenn Rettungsschwimmer und Motorboote nicht mehr ausreichen. Zu ihren Aufgaben gehört es ebenso, das Wasser und da vor allem die Schwimmbereiche, von Müll und gefährlichen Gütern zu befreien.

Tests einmal pro Woche

Dies sind dann für sie gleichsam willkommene Übungseinheiten. Mindestens einmal pro Monat müssen sie ihre Kondition und den richtigen Umgang mit den Geräten testen. Wobei die Tauchgänge oft alles andere als Spaziergänge unter Wasser seien, sagt Gabriela Zachari. Sogar im Schutzanzug könne der Wasser selbst im Sommer ganz schön kalt sein. Aber nicht so kalt wie die bevorstehende Einrettungsübung.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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