Memmingen
Unter Fluggästen weniger Allgäu-Urlauber als erwartet

Das Ziel ist noch nicht in Sicht: Zwei Jahre nach dem Betriebsstart des Flughafens in Memmingen bleiben die Zahlen der einfliegenden Allgäu-Urlauber weit hinter den Erwartungen zurück. Dies hat die Zwischenauswertung einer Fluggastbefragung ergeben.

Das Ziel ist hoch gesteckt: Der Allgäuer Tourismus will vom Flughafen profitieren, die Gästezahlen sollen von jährlich drei auf 4,5 Millionen steigen. Aus diesem Grund haben Allgäuer Landkreise und Städte sich mit Millionen am privat betriebenen Allgäu-Airport beteiligt und die Tourismusgesellschaft Allgäu-Marketing als Starthilfe hohe Summen in die Flugwerbung gesteckt.

Lang wusste aber niemand, in wie weit sich das bei den bis jetzt knapp 800000 Passagieren bemerkbar macht. Daher wurde die Kemptener Hochschule beauftragt, die Reisenden zu befragen: Wer reist, um Urlaub zu machen, wer hat einen Geschäftstermin, wer kommt zum Verwandtenbesuch?

Die Befragung läuft noch bis zum Sommer, erste Zwischenergebnisse wurden jedoch kürzlich vorgestellt:

Wer nutzt denAllgäu-Airport? Auf den Flügen zu europäischen Zielen zu zwei Drittel Reisende aus dem Allgäu, Schwaben und Restbayern. Überraschend und für den Airport gut: Ein Drittel kommt aus Baden-Württemberg.

Auf den Inlandsflügen sitzen viele Berliner, Hamburger und Schleswig-Holsteiner in den Jets.

Warum fliegt man von Memmingen aus? Hauptgrund sind die billigen Tickets, die günstigen Parkgebühren spielen keine entscheidende Rolle. Fast die Hälfte der Passagiere wird gebracht oder abgeholt.

Privat oder geschäftlich? Ein knappes Drittel der Passagiere sind Geschäftsreisende. Mehr als die Hälfte der privat Reisenden besucht Verwandte oder Freunde, ein gutes Drittel macht Urlaub.

Wie viele kommen ins Allgäu,wer fliegt weg? Bei den bisherigen Auslandsflügen lag der Anteil der Allgäu-Urlauber gerade mal bei sieben Prozent. Bei den Inlandsflügen sind die Hälfte «Einreisende». Bei denen, die privat in Memmingen landen, machen 29 Prozent Urlaub in der Region.

Sowohl aus Sicht der Allgäu-Initiative (AI), die die Studie in Auftrag gegeben hat, als auch für Allgäu-Marketing ist dieser Wert «enttäuschend». Eine Besserung erhoffen sich alle von den England- und Irland-Flügen von Ryanair. Für die Gästewerbung in Großbritannien steht den Touristikern allerdings gerade mal 70000 Euro im Jahr zur Verfügung.

AI-Vorsitzender Gebhard Kaiser spricht insgesamt trotz allem von einer Erfolgsgeschichte des Airports, «für die wir weiter werben müssen». Den Flughafen selbst will die Allgäu Marketing jedoch nicht wie beantragt finanziell unterstützen. Mit Tourismusgeld wolle man nicht die Akquise von Airlines finanzieren, sondern die Akquise von Urlaubern.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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