Unter den strengen Ohren der Jury

Von Ingrid Grohe | Stiefenhofen Mit den Wertungsspielen beginnt am kommenden Samstag das 46. Bezirksmusikfest im Bezirk 7 Lindau des Allgäu Schwäbischen Musikbundes. Die Kapellen haben sich in wochen- und monatelanger Probenarbeit intensiv darauf vorbereitet, sind die Wertungsspiele doch der 'musikalische Höhepunkt' des Musikfestes, wie Bezirksdirigent Ernst Müller betont.

Indem sich Kapellen und Ensembles einer unabhängigen Jury stellen, erfahren sie Konkretes über ihren aktuellen Leistungsstand. Dirigenten, die mit ihren Orchestern daran teilnehmen, suchen nicht nur die Bestätigung ihrer erfolgreichen Arbeit, sondern auch hilfreiche Hinweise zur Verbesserung des Klangkörpers.

Deshalb erfolgt die vom Bayerischen Blasmusikverband vorgegebene Beurteilung nach einem Punktesystem, das detailliert folgende Kriterien erfasst:

Intonation und Stimmung

Rhythmik und Zusammenspiel

Technische Ausführung

Dynamik und Klangausgleich

Ton- und Klangqualität

Phrasierung und Artikulation

Tempo und Agogik

Stückwahl im Verhältnis zu Leistungsfähigkeit und Besetzung des Orchesters

Stilempfinden und Interpretation

Musikalischer Gesamteindruck

Beim Wertungsspiel in konzertanter Blasmusik müssen die teilnehmenden Kapellen je ein Pflichtstück und ein Selbstwahlstück der ausgewählten Schwierigkeitsklasse vortragen. Zwei kleine Ensembles und 14 Kapellen sind heuer für diese Kategorie angemeldet. Als einzige Höchststufenkapelle tritt der Musikverein Wasserburg unter Leitung von Bundesdirigent Elmar Vögel an.

Was im letzten Jahr noch Wertungsspiel 'böhmisch-mährisch' hieß, veranstaltet der ASM heuer unter dem Titel 'traditionell'. Hier interpretieren die Teilnehmer jeweils einen Marsch, einen Walzer und eine Polka. Die Schwierigkeitsklassen reichen von 'leicht' über 'mittel' bis 'schwer'. Drei Kapellen sind angemeldet - zum Bedauern von Bezirksvorsitzendem Roland Paulus stammt keine aus dem Bezirk 7 Lindau.

Hautnah dabei

Vor ein paar Jahren hat der ASM die 'offene Wertung' als besonders attraktive Form der Wertungsspiele entdeckt. Der gesamte Wettbewerb ist öffentlich. Blasmusikfreunde können nicht nur den Vorträgen ihrer Lieblingskapellen folgen, sie erleben auch hautnah die Beurteilung der Jury. Mittels großer Zahlentafeln teilen die Fachjuroren ihr Urteil direkt nach den Vorträgen mit. Dieser Ablauf verspricht einerseits Spannung, andererseits viel Information, wird doch die Endnote für Musikanten und Publikum nachvollziehbar. Ein Moderator liefert die nötigen Informationen über Teilnehmer und Literatur.

Die Wertungsspiele finden am Samstag, 26. April, von 8.30 bis 18 Uhr und von 20 bis 21.30 Uhr in der Festhalle in Stiefenhofen statt.

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