Tannheim
«Unnachahmliche Atmosphäre»

Tausende Besucher sind am Wochenende nach Tannheim geströmt, um beim europaweit größten Fliegertreffen «Tannkosh» dabei zu sein. Die knapp 2000 Flugzeuge kamen beispielsweise aus Dänemark, Schottland, Polen oder Rumänien - aus ganz Europa eben.

Auch auf dem Campingplatz herrschte reger Betrieb: Viele Piloten schlugen das Nachtlager gleich neben ihrer Maschine auf. «Dass unser Fliegertreffen trotz kräftiger Regenschauer so großen Zuspruch findet, freut mich sehr», sagte der deutsche Meister im Motorkunstflug und «Tannkosh»-Organisator Matthias Dolderer. Besucher und Piloten trafen sich zum lockeren Gespräch und zum Fachsimpeln. Manches Erinnerungsfoto wurde geschossen. «Das ist einfach eine geniale Flugveranstaltung und wie ein großes Familientreffen von Piloten und Gleichgesinnten», schwärmte Nicola Klocker aus Österreich. Sie und ihr Mann Walter nahmen erstmals mit einem eigenen Flugzeug an dem Treffen teil.

Dieses Exemplar, eine «Morane Saulinier MS 317» mit Baujahr 1938, war einer der großen Klassiker und stieß auf entsprechendes Publikumsinteresse. Zu den prominenten Gesichtern zählte der französische Pilot Nicolas Iwanoff. Er nahm am bekannten «Red Bull Air Race» teil, einer Serie von Flugzeug-Rennen. «Es ist diese unnachahmliche Atmosphäre aus Country-Musik, den vielen Zelten, dem Geruch von Flugzeugbenzin und dieser schier unglaublichen Menge und Vielfalt an verschiedenen Flugzeugen», versuchte Stefan Lemm aus Rinteln die große Anziehungskraft zu begründen, die das «Tannkosh»-Treffen ausübt.

Dauerflug-Rekord aufgestellt

Mit der wohl interessantesten Lebensgeschichte hatte eine «Curtiss Robin» aus dem Jahr 1929 aufzuwarten. Mit dem Flugzeug, dessen Besitzer heute Uschi und Günter Kälberer aus Immenstaad am Bodensee sind, wurde 1930 mit 647 Stunden ein Dauerflug-Rekord aufgestellt. Und 1931 flog ein amerikanischer Pilot mit dem Flugzeug 400 Dauerrollen hintereinander, obwohl die «Curtiss Robin» nicht für Kunstflug-Figuren konstruiert worden war. Im Jahre 1935 stellten zwei Brüder aus Mississippi einen Dauerflug-Rekord auf, der heute noch Gültigkeit hat. 435 Luftbetankungen, 84200 Kilometer Flugstrecke und über 653 Flugstunden waren damals die stolze Bilanz.

«1938 hatte die Maschine noch mal einen großen Einsatz», erzählte Uschi Kälberer. Damals überquerte Douglas Corrigan den Atlantik von New York bis Dublin ohne Genehmigung der Behörden in 28 Stunden Flugzeit. «Das sind die kleinen Geschichten, von denen fast jedes Flugzeug hier eine erzählen könnte», sagte Erich Kugler aus Heidelberg im Vorbeigehen und schoss schnell noch ein paar Bilder von der liebevoll gepflegten, alten Flugzeugdame. Allgäu Rundschau

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