Bad Hindelang-Oberjoch
Unmut wegen Hotelbau

Die Baugenehmigung ist erteilt. Die Finanzierung steht. Investor, Betreiber und Marktgemeinde sind sich einig. Das Vier-Sterne-Hotel in Oberjoch soll ab Juli gebaut werden. Doch bei 47 Oberjöchlern regt sich noch Unmut. Nicht über die Ansiedlung eines Wellness-Hotels an sich, sondern über die Vorgehensweise der Gemeinde, die letztendliche Größe, Lage und Architektur des Objekts und die durch den Hotelbau notwendig gewordene Verlegung der Passstraße. In einem Brief an Bürgermeister und Gemeinderat und in der Bürgerversammlung äußerten sie ihre Kritikpunkte.

«Wie man mit den Bürgern umgegangen ist ist nicht in Ordnung», machte Stefan Brutscher in ruhigem, sachlichem Ton auf der Bürgerversammlung in Bad Hindelang dieser Enttäuschung Luft. Dass es im Ort geteilte Meinungen gibt, verhehlt er nicht. Er ist einer von den 47 Unterzeichnern eines Briefes, den die Bürger an Rathauschef Adalbert Martin geschrieben hatten. Vor allem mangelnde Information und Einbindung kritisieren sie darin. Martin hatte das Schreiben beantwortet und wies die Kritik auch in der Versammlung zurück: Einwände und Anregungen seien ordnungsgemäß in das Bauleitverfahren eingegangen und bei öffentlichen Sitzungen im Gemeinderat abgewogen worden. Die Planung sei zweimal zur Einsichtnahme ausgelegen.

Drittes Hotel zu viel für das Dorf?

Das Objekt mit 133 Zimmern und 278 Betten ist noch zu groß für die Kritiker, und es passe optisch nicht ins Dorf. «Bei etwa 200 Einwohnern ist ein drittes großes Hotel zu viel. 120 Betten wären doch auch möglich gewesen», meinte Brutscher dazu. Eine Hotelansiedlung brauche, um wirtschaftlich zu sein, heutzutage «eine gewisse Größe» antwortete Adi Martin. Der Bad Grönenbacher Investors Gerhard Breher habe die anfangs geplante Gebäudegröße nach Kritik aus der Bürgerschaft und entsprechenden Vorgaben der Gemeinde reduziert. Über Architektur und Gestaltung könne man immer streiten. Das neue Hotel passe sich seiner Ansicht nach gut in den Ort ein.

Die Verlegung der Passstraße ist ein weiteres Reizthema für einige Oberjöchler. Brutscher: «Wir sind ein kleiner Ort mit Menschen, die ein Leben lang hier wohnen. Dann wird einfach die Straße vor ihren Häusern verlegt.» Doch Martin ist überzeugt: «Den Anwohnern entstehen überhaupt keine Nachteile.»

Der Brief der 47 Oberjöchler Bürger und die Antwort von Bürgermeister Martin liegen in der Gemeindeverwaltung zur Einsicht für jedermann aus. Ab Juli beginnen die Bauarbeiten des 15-Millionen-Euro-Projekts, im Juni 2012 soll Eröffnung sein. (weitere Berichte folgen)

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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