Marktoberdorf
Unmut über lange Bauzeit

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Hier ein Loch und da ein Loch. Ein Bautrupp schweißt am Nordende der Bahnhofstraße, ein zweiter hebt im Süden wieder eine neue Grube aus und gelegentlich rückt ein Arbeitskommando zum Teeren an, während sich durch die Slalomstangen der Absperrungen einige unverzagte Autofahrer schlängeln. So erleben Anwohner und Verkehrsteilnehmer derzeit eine Hauptverkehrsachse der Stadt: die Bahnhofstraße. Der Unmut über die Dauer und die Koordinierung der Arbeiten wächst. Dies weiß Wolfgang Hannig als Geschäftsinhaber in der Bahnhofstraße (Arthouse) und Stadtrat auch von vielen Kunden: «Die Leute sind mittlerweile sauer. Es wird Zeit, dass die Löcher endlich wieder zugemacht werden.»

Bauleiter Jens Krause von der Firma Hubert Schmid macht Hoffnung: «Bis 18. September ist die Hauptleitung fertig, Ende September wird auch in der Georg-Fischer-Straße eine 150 Meter lange Stichleitung montiert sein.» Bereits kommende Woche will man mit der Polizei über eine beidseitige Teilöffnung der Bahnhofstraße sprechen.

Spätestens, wenn in zwei Wochen die Ferien enden, die Produktion bei Fendt nach dem Betriebsurlaub wieder voll läuft und Normalverkehr durch die Stadt rollt, sollte diese Hauptverkehrsachse wieder frei sein, sagt auch Polizeichef Alfred Immerz. Denn selbst im ruhigen August belaste die Sperrung andere Straßen enorm.

Dieses Ziel haben auch Peter Barnsteiner vom Bauamt der Stadt und Bauleiter Krause. Dass manchmal etwas Zeit zwischen dem Graben und dem Zuschütten verstreicht, erklärt Barnsteiner mit verschiedenen Bautrupps: Eine Abteilung reiße die Löcher auf, um möglichst effektiv zu arbeiten. Dies sei relativ schnell erledigt. Die Mitarbeiter, die die Anschlussrohre verschweißen, bräuchten aber deutlich mehr Zeit. Denn wenn - beispielsweise an der Kreuzung mit einem Stromkabel oder einem Kanal - Standardteile nicht passen, müsse man Sonderanfertigungen bestellen: Lieferzeit: zwei bis drei Wochen.

Zudem könne man - aus Kostengründen - nicht jedes mit Schotter gefüllte Loch gleich wieder mit Teer befahrbar machen: Für das Asphaltieren sei eine andere Truppe zuständig, die erst anrückt, wenn sichs rentiert. Denn ansonsten würden jeweils Tausende von Euro Zusatzkosten anfallen.

Dass die Anschlusstrupps sehr konzentriert arbeiten, berichtet Peter Herbst (Foto Hotter). Bei ihm an der Abzweigung Poststraße sei innerhalb einer Woche aufgegraben, der Anschluss gelegt und nun wieder verfüllt worden.

Ferienende im Blick

Vorgabe sei nun aber, dass möglichst alle Gruben so schnell wie möglich gefüllt und geteert werden. Erste Priorität genieße dabei das Umfeld der Schulen, damit es bei Schulbeginn keine Behinderungen mehr gibt, so Barnsteiner.

Auch die Geschäftsleute setzen zudem darauf, dass Teile der Bahnhofstraße vorzeitig wieder in beide Richtungen befahrbar werden: «Die Kunden wissen nicht mehr, wie sie zu uns hinfahren sollen», berichtet Peter Herbst für sein Fotogeschäft. Wolfgang Hannig hofft zudem, dass nach dem Verlegen der Fernwärmeleitung zumindest bis Frühjahr 2010 etwas Ruhe einkehrt. Denn vergangenes Jahr machten ihm die Kanalbauarbeiten bereits das Weihnachtsgeschäft kaputt und das dürfe sich heuer nicht wiederholen. Stattdessen sollte die Stadt mit dem eigentlichen Ausbau der Straße nun unbedingt bis zum Frühjahr warten.

Dann geht es auf der Bahnhofstraße ins dritte Baujahr.

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