Karambolagen
Unfallserie am Wochenende auf der B12 zwischen Kaufbeuren und Kempten: Polizei sieht keinen Unfallschwerpunkt

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Ein schwarzer Samstag auf der Bundesstraße zwischen Kempten und Kaufbeuren: Gleich zwei Kollisionen durch verbotenes Wenden. Bilanz sind 17 Verletzte bei drei Unfällen auf der B12 und 200.000 Euro Sachschaden.

Bei drei schweren Verkehrsunfällen auf der B12 zwischen Kempten und Kaufbeuren sind am Samstag 17 Menschen verletzt worden, mindestens acht davon schwer. Begonnen hatte die ungewöhnliche Unfallserie am Samstagnachmittag um 14.40 Uhr. Etwa vier Kilometer hinter der Stadtgrenze von Kempten, in Fahrtrichtung Kaufbeuren, wollte eine 49 Jahre alte Frau aus Oberbayern mit ihrem Wagen wenden. Dabei kam es zum Zusammenstoß mit dem Auto einer 22-Jährigen. Beide Frauen erlitten schwere Verletzungen. Im Auto der 49-Jährigen saßen vier Kinder eines Handballteams im Alter von elf und zwölf Jahren. Zwei von ihnen wurden bei der Kollision schwer, die anderen leicht verletzt.

Nach dem Unfall bildete sich auf der B12 ein längerer Stau, da die Fahrbahn für die Bergungsarbeiten komplett gesperrt war. Ein im Stau stehender 34 Jahre alter Ostallgäuer wollte mit seinem Auto verbotswidrig wenden. Dabei übersah er einen Notarztwagen, der mit eingeschaltetem Blaulicht und Martinshorn unterwegs war. Es kam zu einem heftigen Zusammenstoß.

Beide Autos überschlugen sich und wurden in die angrenzende Wiese geschleudert. Ein Auto touchierte zudem den Wagen einer schwangeren 32 Jahre alten Ostallgäuerin, die leicht verletzt wurde. Der 34-jährige Unfallverursacher wurde schwer verletzt, seine im Auto sitzende fünf Jahre alte Tochter kam mit leichten Verletzungen davon. Auch die 21 Jahre alte Fahrerin des Einsatzfahrzeugs und der 61-jährige Notarzt wurden ins Krankenhaus gebracht. Der Sachschaden beträgt 100.000 Euro.

Aus dem Wrack befreit

Drei Stunden später kam es auf der viel befahrenen Bundesstraße erneut zu einem schweren Unfall. Laut Polizei geriet ein 65-jähriger Ostallgäuer bei Kaufbeuren zu weit nach links. Zunächst streifte sein Außenspiegel einen entgegenkommenden Wagen. Danach prallte das Auto des 65-Jährigen in ein nachfolgendes Auto. Ein weiterer Pkw fuhr auf. Der Unfallverursacher und seine 58-jährige Beifahrerin erlitten schwere Verletzungen. Der Mann wurde von der Feuerwehr aus dem Wrack befreit. Vier weitere Menschen erlitten leichte Verletzungen. Die Polizei beziffert den Sachschaden auch hier auf etwa 100.000 Euro.

Lebensgefährliche Verletzungen erlitt vermutlich am frühen Sonntagmorgen ein 18-Jähriger, der mit seinem Auto auf der B 19 bei Immenstadt von der Fahrbahn abgekommen war. Das Auto überschlug sich mehrmals, durchbrach einen Wildschutzzaun und blieb an einem Lärmschutzwall liegen. Laut Polizei ist unklar, wann und weshalb sich der Unfall ereignete. Das Autowrack wurde erst am Morgen gefunden. Der lebensgefährlich verletzte Fahranfänger wurde mit dem Helikopter ins Krankenhaus geflogen. Die B19 war in Fahrtrichtung Süden längere Zeit voll gesperrt.

Polizei sieht keinen Unfallschwerpunkt

Eine Unfallhäufung wie am Samstag auf der B12 sei absolut selten, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums. In der Vergangenheit hatte die Polizei mehrfach der Einschätzung widersprochen, die B12 zwischen Kempten und der Einmündung in die A96 bei Buchloe sei ein Unfallschwerpunkt im Allgäu. Man müsse die Unfallzahl in Relation setzen zu den vielen Fahrzeugen auf dieser Strecke.

Aus einer Untersuchung gehe beispielsweise hervor: Die B472 östlich von Marktoberdorf bei Bertholdshofen und Rettenbach am Auerberg sei wesentlich gefährlicher. Dort hatten sich 2012 statistisch gesehen 6,9 Unfälle pro Kilometer ereignet, auf der B12 im Ostallgäu waren es 4,2.

Viele meiden die Straße

Dennoch gibt es viele Autofahrer, die die B 12 bewusst meiden. 'Ich fahre lieber über die A7 und die A96 - also über Memmingen', sagt ein 47-jähriger Kemptener, der beruflich öfters nach Augsburg fahren muss. Zahlreiche Pendler nutzen statt der nur teilweise vierspurigen B12 die alte Bundesstraße und fahren etwa von Kempten über Obergünzburg nach Kaufbeuren.

Auffällig auf der B12 sei die hohe Zahl von Fahrern, die aus ungeklärten Gründen nach links oder rechts von der Straße abkommen, heißt es aus dem Polizeipräsidium. Eine genaue Erklärung gebe es nicht, aber die Polizei vermutet, dass die Ermüdung von Fahrern eine Rolle spielen könnte. Genauso wie Ablenkungen und natürlich überhöhte Geschwindigkeit.

Autor:

Michael Munkler aus Kempten

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