Infoabend
Und immer wieder kommt die Frage nach Alternativen

Eine sachliche Diskussion: Die wünschte sich Moderator Dr.Wilhelm Vachenauer am Mittwoch bei einer gut besuchten Infoveranstaltung der «Initiative Hildegardplatz». Ohne Emotionen ging der Abend der Tiefgaragen-Gegner im «Stift» aber doch nicht über die Bühne. Zum einen prallten die Meinungen von Gegnern und Befürwortern - auch viele Stadträte von CSU und Freien Wählern (FW) waren gekommen - aufeinander. So warf UB/ÖDP-Stadtrat Helmut Hitscherich zwischen den Ausführungen von Alexander Hold (FW) immer wieder ein «Lüge» ein. Hold hatte erläutert, dass ein Parkhaus am Pfeilergraben daran scheitere, dass der Freistaat als Besitzer das Gelände nicht hergebe. Hitscherich beharrte darauf, dass die Stadt gar nicht gefragt habe. Zum anderen kochten bei den Bürgern die Emotionen hoch - etwa bei der «Altstadt-Traudl», Gertraud Schwarz. Sie halte es für ein «Armutszeugnis» für die Stadt, wenn diese keinen Kompromiss finde.

Zu Beginn stellte Rüdiger Dittmann, Kreisvorsitzender der Grünen, die Planungen vor. Er erläuterte, was sich die Initiative von der Platzgestaltung erwartet: Eine zügige Umsetzung, einen «Platz für Menschen, nicht für Autos», eine Planung ohne Risiken und dass man dabei die Finanzen im Auge behalte. Nach Ansicht der Tiefgaragen-Gegner biete der Hildegardplatz auch ohne Tiefgarage genug Parkraum. Und Initiativen-Sprecher Ralf Oberbauer argumentierte, dass eine Tiefgarage am Bedarf vorbei gebaut würde. Das sehe man am Beispiel der Post am Forum Allgäu. Oberbauer: «Im Parkhaus stehen 1070 Parkplätze zur Verfügung und die Autofahrer stellen sich doch lieber kurz auf die Straße, als da reinzufahren.»

Nachdem zunächst einige Stadträte der beiden Lager ihre Positionen dargestellt hatten, meldeten sich doch auch Bürger zu Wort. Ein Thema, das ihnen weiter unter den Nägeln brennt, ist die Sicherheit der Basilika, die viele durch den Aushub der Grube für eine Tiefgarage gefährdet sehen. Darauf ging Bauingenieur Professor Dr.Karl G. Schütz ein (ausführlicher Bericht folgt). Hans Schäfer sprach davon, dass ein Parkhaus an der Rottachstraße für die ganze Fußgängerzone ein Ausgleich zum Süden mit dem großen Parkhaus am Forum wäre. «Aber», so Schäfer, «irgendjemand meint, dass er sich da ein Denkmal setzen muss.» Auch Bernhard Kunze plädierte für ein Parkhaus etwa in der Rottachstraße. Die Tiefgarage sei «zu kurzfristig gedacht».

Zudem entstünde ja durch die Tiefgarage nicht ein zusätzlicher Stellplatz. Ilse Roßmanith-Mitterer, die explizit nicht für die Stiftsstadtfreunde, sondern «nur für mich selbst», sprach, meinte, dass die Platzgestaltung für sie eine Herzenssache sei. Statt einer Tiefgarage seien Kurzzeitparkplätze am Kirchberg wichtiger. Und Jürgen Weber sprach an, was für viele Kemptener immer noch ein Thema ist: «Warum stellt sich nur die Frage Tiefgarage oder nicht? Der Platz soll so bleiben, wie er ist.»

 

Viele Besucher kamen am Mittwochabend ins «Stift» zur Infoveranstaltung der Tiefgaragen-Gegner. Auch zahlreiche Befürworter des unterirdischen Parkens waren gekommen, um ihre Meinung kundzutun. Foto: Martina Diemand

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