Allgäuer Anzeigeblatts
Umgehungsstraße gerät derzeit ins Hintertreffen

2Bilder

Um eine Umgehung des vom Autoverkehr belasteten Burgberger Ortsteils Agathazell ist es derzeit nicht gut bestellt. Momentan wird um die nötigen Grundstücksverkäufe gepokert, legte Bürgermeister Dieter Fischer beim Leserstammtisch des dar. Fischer setzt deshalb sogar ein Fragezeichen hinter den Straßenbau (Staatsstraße 2007), obwohl er vom großen Teil der 80 Agathazeller ersehnt wird.

«Ohne die Grundstücke brauchen wir über Kosten und Finanzierung erst gar nicht zu reden», meinte ein enttäuschter Rathauschef. Es geht vor allem um Tauschgrundstücke, die den Bauern das Bewirtschaften ihrer Flächen ermöglichen, wenn Wiesen von der Straße zerschnitten werden. «Diese Areale sind derzeit auf dem Markt nicht vorhanden», merkte Fischer an.

Der Zeitplan mit dem Herbst als Starttermin der Verkehrsspange ist sowieso schon über den Haufen geworfen. Vor 2010 rollt kein Bagger an, verdeutlicht Werner Schmid vom Straßenbauamt Kempten. Das nötige Planfeststellungsverfahren ist noch gar nicht eingeleitet, wenngleich die Behörde über einen genehmigten Vorentwurf für den gesamten zum Ausbau anstehenden Staatsstraßen-Abschnitt zwischen Burgberg und Goymoos-Kreisel nahe Rettenberg verfügt.

Außerhalb von Agathazell kommt das Straßenbauamt besser mit dem Grundstückserwerb voran. Da benötigt die Behörde eher Randstreifen, um die jetzige kurvige und zu schmale Straße zu entschärfen. «Von 15 Eigentümern haben wir schon Bauerlaubnis», berichtet Werner Schmid.

Zustand ist «grottenschlecht»

Es muss bald gehandelt werden. Der Abteilungsleiter der Baubehörde: «Der Straßenzustand ist grottenschlecht». Für die Gemarkung Agathazell und den Teilabschnitt der Ortsumfahrung hat aber das Burgberger Rathaus die Grundstücksgeschäfte übernommen. Die Gemeinde fungiert als Bauträger, um das Projekt zu forcieren. Ausgerechnet hier klemmt es nun.

Die Behörde biete einfach zu wenig Geld für den Quadratmeter, meldete sich beim Leserstammtisch Landwirt Xaver Hierl als einer der betroffenen Grundstücksbesitzer. Die Eigentümer sollen teilweise nur vier Euro für den Quadratmeter erhalten, rechnete der Bauer beim Leserstammtisch unserer Zeitung vor. Hierl: «Genau soviel wie für eine Schachtel Zigaretten». Das Straßenbauamt beruft sich hingegen auf den Verkehrswert, der bei Geschäften der Bauern untereinander erfasst ist.

Sollten die Bemühungen um bessere Straßenverhältnisse ins Hintertreffen geraten, wird es auch nichts mit dem geplanten Geh- und Radweg zwischen Burgberg und dem außerorts gelegenen ehemaligen Steinbruch. Dort parken Besucher der Erlebniswelt Erzgruben ihr Auto, bevor sie ins Bähnle zum Bergwerk umsteigen. Eine Rückkehr zu Fuß entlang der befahrenen Straße ist «geradezu lebensgefährlich», haben Spaziergänger Gemeinderätin Marlene Hierl berichtet.

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen