Umgehungsstraße: Chancen gleich Null

Füssen (hs). Soll das Projekt Umgehungsstraße von der Stadt Füssen wieder aktiv aufgegriffen werden? Um diese Frage entspann sich eine Diskussion im Verkehrsausschuss. Bürgermeister Christian Gangl hält wenig davon. Zwar wäre 'eine Umgehung im allergrößten Interesse der Stadt', doch die Erfolgsaussichten stuft er eher gegen Null ein.

Planerisch gibt es die Füssener Umgehungsstraße schon lange. Bereits 1971 gab es einen ersten Entwurf dafür, wie Füssen wirkungsvoll vom Verkehr entlastet werden könnte. Umgesetzt wurde bisher aber nur der erste Teilabschnitt der Umgehung: Die neue B 310 im Norden der Stadt. Die Weiterführung dieser Nordumgehung über den Lech zur B 17 bei Schwangau ist nie über das planerische Stadium hinaus gekommen. Denn die Nachbargemeinde wehrte sich bisher mit Händen und Füßen gegen diese Straßenplanung auf ihrem Territorium.

Doch aufgrund der Prognosen zur künftigen Verkehrsentwicklung könnte in Schwangau ein Umdenken eingesetzt haben, mutmaßte Niko Schulte (CSU) im Verkehrsausschuss. 'Wann gehen wir die Umgehungsstraße mit Schwangau gemeinsam an?', wollte er wissen. Gar nicht, war den Ausführungen des Bürgermeister zu entnehmen: Die Haltung der Gemeinde Schwangau sei nach wie vor ablehnend. Gangl hatte auch mit Thorsten König, Abteilungsleiter beim Staatlichen Hochbauamt in Kempten und für den Straßenbau im Ostallgäu zuständig, 'sehr dezidiert über die Erfolgsaussichten einer Fertigstellung der Umgehung gesprochen. Er rechnet nicht in absehbarer Zeit mit einer Realisierung'. So wünschenswert die Umgehung auch sei, müsse man doch realistisch bleiben.

'Es ist sinnlos'

Der Nestor des Kommunalparlaments, Alfred Köpf (CSU), hatte in früheren Jahren eifrig das Projekt Umgehungsstraße vorangetrieben. Er empfahl seinem jungen Fraktionskollegen doch mal bei ihm vorbeizuschauen und den umfangreichen Schriftverkehr in dieser Angelegenheit zu studieren. Das muss Schulte aber gar nicht mehr, denn Köpf fasste den Sachstand knapp zusammen: 'So lange die Gemeinde Schwangau nicht zustimmt, kann keine Umgehungsstraße entstehen.' Sollte man aber tatsächlich eine Einigung mit der Nachbargemeinde erreichen, müsse die Finanzierung für das millionenschwere Projekt gesichert werden. Und das werde wohl 20 Jahre dauern, mutmaßte Köpf. Daher lautete sein Fazit: 'Es ist sinnlos, ständig Anfragen zur Umgehungsstraße zu stellen.'

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen