Marktoberdorf
Umgehungspläne auf dem Prüfstand

Viele Details stehen beim Erörterungstermin zum Planfeststellungsverfahren für die Umgehung Marktoberdorf/Bertroldshofen auf dem Prüfstand. Dieser Teil des Genehmigungsverfahrens begann gestern im Rathaussaal. In manchen kleineren Punkten gelang es der Verhandlungsleiterin Maria Halser-Friedl von der Regierung von Schwaben, einen Konsens zwischen Straßenbauamt, Stadt und Landkreis zu vermitteln. Viele Punkte wurden allerdings in ein Gespräch im kleineren Kreis am 8. Juli vertagt, das Staatliches Bauamt, die Stadt Marktoberdorf, die Gemeinde Biessenhofen und Landkreis führen sollen. Die Bedenken der Bürger werden am heutigen Dienstag ab 9.30 Uhr im Mittelpunkt stehen.

Planungsziel erreicht?

Viel Zeit in der Diskussion nahm die Frage ein, ob die Umgehungspläne ihr Ziel erreichen. Denn Bertoldshofen, so die Einschätzung von Stadt und Landkreis, werde fast vollständig vom Verkehr entlastet, die Kernstadt hingegen «nur» um 1500 Fahrzeuge. Laut Dr. Hermann Streicher vom Straßenbauamt stehe Marktoberdorf wirtschaftlich sehr gut da und habe große Firmen. Daher wollen viele Leute nach Marktoberdorf. Viel Verkehr sei somit hausgemacht. Straßenbauamt und Stadt waren sich uneins, wie viel Verkehr wirklich hausgemacht sei und wie viele Autofahrer die Stadt als Durchgangsroute wählen. Bei dem Treffen im kleinen Kreis geht es daher auch um die unterschiedlichen Gutachten.

Unterführung für Radler

Auf Drängen des Landkreises und der Stadt eröffnet sich die Möglichkeit, dass die bisherigen Bundesstraßen im Stadtbereich nicht allesamt zu Kreis- oder Gemeindestraßen werden. Bruno Fischle, Leiter des Straßenbauamts, kann sich vorstellen, die jetzige B16 vom Schillenberg bis zum Altdorfer Kreisel zur Staatsstraße umzuwidmen. Ausschlaggebend sei die Aufgabe im Straßennetz. Er stellte aber auch klar, dass der Bund nicht 25 Millionen Euro investiere, um die alten Straßen weiter zu unterhalten.

Diskussionspunkt bleibt die Anbindung der Stadt an die neue Umgehung am Südende der Füssener Straße. Dort sieht die Planung eine Spange vor, über die der Verkehr in weitem Bogen vom Schillenberg nach Osten in Richtung Bertoldshofen abzweigt. Die Zufahrt zur Stadt soll über Abbiegespuren erfolgen.

Der Stadtrat und der Landkreis plädieren hingegen für eine Unterführung, da sie ansonsten einen Unfallschwerpunkt an der Kreuzung befürchten. Dies sieht das Staßenbauamt anders: Der (geringere) Verkehr, von Bertoldshofen kommend, fließe weiter über die Tölzer Straße zur Innenstadt, denn nach der Gefällestrecke (7 Prozent Steigung) wäre eine enge Abfahrt gefährlich. Zudem würde eine unattraktive Verkehrsführung ins Zentrum dazu beitragen, viel Verkehr an der Stadt vorbeizuführen. Das Bauamt zeigte sich aber offen, in den Fahrbahndamm eine Unterführung für Radler und Fußgänger einzubauen.

Hochwasser kein Problem

In der Diskussion räumten die Gutachter und das Wasserwirtschaftsamt Bedenken aus, die Hochwasserlage werde sich im Geltnachtal verschlechtern. Diskutiert wurde zudem über einen besseren Schallschutz am nördlichen Tunnelausgang bei Bertoldshofen.

Offen blieb, welche Maßnahmen bisher vorgesehen sind, um den Verkehr in Marktoberdorf zu dämpfen. Maßnahmen umzusetzen, so Josef Merk vom Straßenbauamt, sei Aufgabe der Stadt. Der Anwalt der Stadt, Hansjörg Wurster, bemängelte: «Marktoberdorf bleibt hier mit seinen Verkehrsproblemen auf abgestuften Straßen allein.» Hermann Streicher vom Bauamt sieht das anders: Wenn die Stadt Baulastträgerin sei, könne sie ihre Probleme am besten lösen.

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