Umgehung in Diskussion

Von frank eberhard
| Memmingen Die Stadt denkt darüber nach, einen Teil der seit Jahren wegen ihres schlechten Zustands kritisierten Straße zwischen Memmingen und Kronburg neu zu bauen. Dazu hat sich der II. Senat des Stadtrats jetzt mit mehreren Planungsvarianten befasst. Diese reichen von einer Umgehungsstraße für Dickenreishausen bis zu einer Trasse, die wie gehabt durch den Ort führt.

«Die Straße sollte auf jeden Fall mindestens 6,50 Meter breit werden», sagte Bertram Mooser, Vertreter eines Ingenieurbüros, als er dem Stadtrat seine vier Varianten vorstellte. Alle Möglichkeiten sehen vor, dass die Straße außerhalb Dickenreishausens verbreitert wird. Zudem soll es zwei besonders scharfe Kurven auf dem Weg nach Kronburg in Zukunft nicht mehr geben. Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger hatte zuvor betont, dass es im Senat vorerst darum gehe, die Varianten zur Kenntnis zu nehmen. Danach solle innerhalb der Stadtratsfraktionen und Gruppierungen darüber gesprochen werden.

Die erste und preisgünstigste Variante sieht laut Mooser keine Ortsumfahrung Dickenreishausens vor. Hier würde ein Teil der Straße zwischen Kronburg und dem Stadtteil neu gebaut. «Mit einem Kreisverkehr vor dem Dickenreishausener Ortseingang könnten wir die Geschwindigkeit drosseln», erläuterte Mooser. «Aber diese Variante hat mit einer Entlastung des Stadtteils nichts zu tun», räumte er ein. Die Baukosten würden ohne Grunderwerb rund 2,4 Millionen Euro betragen. Die zweite Variante mit Kosten von etwa 3,8 Millionen Euro sieht dagegen eine Ortsumgehung vor. Ihr Nachteil ist laut Mooser die Anbindung an die bestehende Durchgangsstraße. Hier würde eine scharfe Kurve am Fuß eines Gefälles und somit eine potenzielle Gefahrenstelle entstehen, so der Ingenieur.

Verkehrszählung nötig

«Die Ortsdurchfahrt Dickenreishausen wird bei einer Umgehung um deutlich weniger als 50 Prozent entlastet», so Mooser weiter. Hier hakte Holzinger ein. Er sagte, dass vor einer Diskussion über eine Umgehung ohnehin zuerst eine aktuelle Verkehrszählung erforderlich sei.

Die zwei anderen erarbeiteten Varianten zur Ortsumgehung empfahl Mooser dem Senat nicht. Er erläuterte, dass sie Nachteile mit sich bringen würden, denen keine wesentlichen Vorteile gegenüberstünden. Dazu gehörten massive Eingriffe in die Umwelt, da es nötig wäre, auch in ökologisch wertvollen Gebieten zu bauen und diese teilweise zu versiegeln. Zudem seien die hohen Baukosten von 4,8 beziehungsweise 5,3 Millionen Euro nicht zu rechtfertigen.

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