Ruderatshofen / Ostallgäu
Umgehung in der Sackgasse

«Bisher sehe ich noch keinen Erfolg», dämpfte stellvertretender Landrat Alex Müller die Hoffnungen auf eine Lösung für die Umgehung von Ruderatshofen. Müller, der als Sondervermittler des Landkreises über Trasse und Grundstücke mit den Landwirten verhandelt, zweifelt inzwischen sogar am Sinn des Unterfangens: Bisher ging man von 5200 Autos pro Tag auf der Strecke aus, neue, nicht-amtliche Zählungen kommen auf nur 4300 Pkw. Neue, amtliche Erhebungen sind noch nicht ausgewertet. Angesichts dieser Zahlen sei es fraglich, ob der Aufwand von 5 Millionen Euro für die Umgehung sinnvoll sei. Zumal nun aus Hiemenhofen massive Ablehnung für das Projekt komme.

Die Zeit drängt

Auch er könne den Optimismus nicht teilen, der sich bei einer Flurwerkstatt breitmachte, sagte Landrat Johann Fleschhut im Kreisausschuss. Dieses Gremium hat bekanntlich im Mai ein Ultimatum gesetzt: Bis Ende Oktober müsse sich abzeichnen, ob die Grundstücke für den Straßenbau zu bekommen seien. Andernfalls müsse man die maroden Kirnachbrücken und den Bahnübergang sanieren - oder, falls eine Umgehung entsteht, schließen. Länger zu warten, sei wegen der schlechten Bausubstanz nicht zu verantworten.

Fleschhut sieht die Umgehung «ziemlich weit von einer Lösung weg». Er gebe das Projekt, das sich auch die Gemeinde Ruderatshofen dringend wünscht, aber noch nicht auf. Die Linienführung zu verändern und einen Kreisverkehr in Höhe der Walburga-Kirche anzulegen, führe auch nicht zum großen Durchbruch.

Die Latte der Forderungen, beispielsweise nach mehreren Überführungen für Landwirte, sei sehr hoch.

Anbindung Hiemenhofens

Das Ultimatum des Landkreises sei der richtige Weg gewesen. Denn nun zeige sich letztlich, ob der Baugrund zu bekommen ist. «Jetzt muss man Farbe bekennen», so Fleschhut. Und hier sieht er deutliche Probleme, in überschaubarer Zeit voranzukommen. Er sprach auch den Knackpunkt Hiemenhofen an: Falls der jetzige Bahnübergang nach Bau der Umgehung stillgelegt wird, geht es von dort nur noch mit dem Rad oder zu Fuß auf direktem Weg in den Hauptort. Wer mit dem Auto ins Dorf will, müsste die Umgehung nutzen. Doch damit seien viele Bürger nicht einverstanden.

«Bröckelnde Brücken»

«Wir können die Straße nicht in die Luft hängen», erklärte Fleschhut zu den fehlenden Grundstückszusagen. Wenn sich nicht bald etwas ändere, gebe es keine Umgehung. Denn: «Wir haben seit Mai keinen Quadratmeter mehr bekommen.» Manche Forderungen seien nicht finanzierbar, ergänzte Alex Müller. Dass die Kirnachbrücken bröckeln, könne man stündlich erleben. Daher sei der Zeitdruck, den der Landkreis aufgebaut habe, sehr vernünftig.

«Umgehung in der Sackgasse?» lautet das Thema einer Mobilen Redaktion der Allgäuer Zeitung am Mittwoch, 6. Oktober, um 20 Uhr im Walburg-Saal Ruderatshofen. Dabei werden sich neben Bürgermeister Johann Stich auch Landrat Fleschhut und weitere Beteiligte der Diskussion stellen.

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