Typisierungsaktion in der Klinik Sonthofer findet viel Andrang

Fast 1400 Menschen geben eine Blutprobe Sonthofen/Oberallgäu (sme). Überwältigende Bilanz: 1396 Menschen aus der Region - im Durchschnitt 36 Jahre alt - beteiligten sich gestern an der Typisierungsaktion in der Klinik Sonthofen. Sie haben damit geholfen, einen möglichen Stammzellenspender für den 22-jährigen Jürgen Simion zu finden, der an einer Erkrankung des blutbildenden Systems leidet und für den eine Blutzellenspende lebensrettend sein kann. Bei einer Typisierung in Kempten hatten bereits über 2400 Menschen eine Blutprobe abgegeben (wir berichteten).

Bertl Wucherer aus Sonderdorf ist der erste in der Schlange von Menschen, die an diesem Tag zur Blutentnahme ins Sonthofer Krankenhaus kommen. 'Das ist eine gute Sache', meint er. 'Da muss man einfach mithelfen und hoffen, dass ein Spender gefunden wird.' Helfen wollen auch Markus, Daniel, Birgit und Julian aus dem Walsertal. Sie kennen Jürgen Simion aus gemeinsamen Zeiten beim Jugendrotkreuz. 'Jürgen ist unser Kollege', erzählen die vier. 'Wir hätten uns aber auch typisieren lassen, wenn wir ihn nicht kennen würden. Schließlich geht es darum, ein Leben zu retten.' Alexander und Brigitte Rasch sind aus Rauhenzell nach Sonthofen gefahren - extra früh, um nicht warten zu müssen. Jetzt stehen sie geduldig in der Schlange der Freiwilligen. 'Wir möchten helfen. Da interessiert es nicht, ob man ein bisschen warten muss.'

90 Helfer sorgen den Tag über dafür, dass die Aktion zügig und reibungslos abläuft. BRK-Kreisgeschäftsführer Alexander Schwägerl, Vize-Vorsitzender Alexander Zieglmaier, der Chefarzt des BRK-Kreisverbandes Dr. Andreas Baumgarten sowie Verena Spitzer als Vertreterin der Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern sind den ganzen Tag über vor Ort. Rotkreuz-Helferinnen verteilen im Schichtdienst Kaffee und Wasser an die Spender. EDV-Spezialist Michael Boguth verfolgt den Erfolg der Aktion auf dem Bildschirm. Erste Zwischenbilanz: Bereits eine halbe Stunde nach dem offiziellen Beginn ließen sich knapp 150 Bürger registrieren.

Hochbetrieb herrscht bei den Damen im Foyer, die für die Registrierung zuständig sind. Sie nehmen auch Spendengelder entgegen, mit denen die Typisierungen bezahlt werden. Denn die Untersuchung jeder Blutprobe kostet 40 Euro. In den Räumen gegenüber geht es dann 'zur Sache'. Dort wird den Spendern Blut abgenommen - allerdings nur ganz wenig. Denn bereits 20 bis 30 Milliliter reichen für eine Typisierung aus. In vier bis sechs Wochen sollen die vielen Blutproben aus der Aktion in Sonthofen untersucht sein. Dann wird sich zeigen, ob ein Stammzellenspender für Jürgen Simion gefunden wurde.

Dass gestern trotz des strahlenden Wetters insgesamt fast 1400 Menschen kamen, stimmt auch Vize-Vorsitzenden Zieglmaier zufrieden. Er dankt Helfern und Bevölkerung herzlich. Das Rote Kreuz organisiert nun noch im Rahmen der normalen Blutspendetermine im Mai weitere Typisierungen.

iWer die Blutuntersuchungen für die 'Aktion Jürgen Simion' unterstützen will, kann das auch mit Geldspenden tun. Das Spendenkonto bei der Sparkasse Allgäu (BLZ 733 500 00) hat die Nummer 310 000 237.

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