Weiler
Türschloss als Kunststück

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Ingwer-Seife, Windspiele aus Treibholz, Lavendelkissen, gläserne Marienkäfer oder solarbetriebene Spielzeughelikopter aus Holz - auf dem 21. Kunsthandwerkermarkt in Weiler war für jeden Geschmack was dabei. Die Marktgemeinde war am gestrigen Sonntag ganztägig der Anziehungspunkt für «mehrere Tausend Besucher» (Ordnungsamtsleiter Friedhold Schneider), die aus dem Schlendern, Stöbern und Staunen fast nicht mehr herausgekommen sind. 51 Stände waren rund um den Kirchplatz aufgebaut. Mehr geht nicht. Die Anbieter kamen bis aus dem Raum Augsburg, Vorarlberg, Oberschwaben und natürlich aus dem Westallgäu.

Nach sieben Jahren Pause waren Helmut und Ulrike Reich aus Gestratz wieder dabei. An ihrem Stand gab es handgefertigte Kindermöbel und Spielzeug aus Holz zu kaufen. «Unser Bauernhof ist immer ein Renner», sagt Ulrike Reich. Das stabile Spielzeug wird aus Fichtenholz gefertigt und ist teilweise aus über 100 Einzelteilen zusammengesetzt. So kann auch problemlos etwas ausgetauscht werden, wenn es doch einmal zu Bruch geht.

Ebenfalls mit Holz hat Erika Kierok zu tun. Bei ihrer Arbeit steht allerdings der künstlerische Aspekt im Vordergrund. An ihrem Stand sprangen einem vor allem die historischen und massiven Türschlösser ins Auge, die sie auf verschiedenen Treibhölzern angebracht hat. Teils sind sie über 100 Jahre alt. «Die meisten finde ich per Zufall auf dem Flohmarkt.

Innerhalb einiger Jahre habe ich die Schlösser gesammelt, und es ist heutzutage ganz schwierig, an so etwas heranzukommen», erzählt die Ellhofenerin, die bereits auf der Westallgäuer Kunstausstellung und im Kornhausmuseum ausgestellt hat.

Für Schneider, der bei der Gemeinde für die Organisation der Märkte zuständig ist, hätte die diesjährige Auflage gar nicht besser laufen können. «Wir haben tolles Marktwetter - nicht zu warm, aber auch nicht zu kalt», freute er sich. Auch den Besuchern schien es zu gefallen. Immer wieder bekam Schneider Lob zu hören.

«Es gibt wunderschöne und ansprechende Sachen - und keinen Kitsch», sagte beispielsweise eine Besucherin aus Simmerberg, die zwar ihren Namen nicht preisgeben wollte, aber immerhin verriet, dass sie schon seit über drei Stunden hier ist und einige Kerzen gekauft hat. «Ja, der Weilerer Kunsthandwerkermarkt kann sich sehen lassen», ergänzte auch Scheideggs früherer Bürgermeister Georg Schmid anerkennend.

Insgesamt waren die Anbieter mit dem Zuspruch der Besucher zufrieden. Verkauft wurde reichlich. Doch auch in Sachen Kunst sitzt das Geld offenbar nicht mehr so locker wie früher. «Ich merke die Krise ziemlich heftig. Aber unsere Artikel kosten ja auch nicht nur 10 oder 20 Euro», meinte Maler Karl-Heinz Eberbach aus Schwenningen, der zum dritten Mal vor Ort war.

Kein Wunder: Sein größtes Ölbild, das ein Motiv aus Venedig zeigt, kostet stolze 1500 Euro.

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