Kriminalstatistik
Trotz steigender Straftaten ist das Oberallgäu relativ sicher

Nicht weniger, sondern mehr Straftaten hat die Polizei im vorigen Jahr für das Oberallgäu registriert: In einer Pressemitteilung «war uns ein kleiner Fehler unterlaufen», korrigiert Sprecher Alexander Resch die darin enthaltene Aussage. Laut der detaillierten Kriminalstatistik, die nun veröffentlicht worden ist, wurden 2010 im Landkreis 5485 Vorfälle erfasst - 5,6 Prozent mehr als im Jahr davor. In allen anderen Allgäuer Landkreisen gab es hingegen weniger Straftaten.

Das ändere allerdings nichts daran, dass die Oberallgäuer «noch immer in einer der sichersten Regionen Deutschlands leben», betont Polizeisprecher Resch. Dies lasse sich anhand der Häufigkeitszahl - die Zahl der jährlichen Straftaten pro 100000 Einwohner - untermauern: Mit 3653 liege das Oberallgäu unter dem Durchschnittswert für den Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West (4487) und weit unter dem Wert für Bayern (4958).

Auch was die Aufklärungsquote der Straftaten (72,1 Prozent) anbelangt, steht der Landkreis weiterhin relativ gut da - «und bleibt im Allgäu an der Spitze», unterstreicht Reschs Kollege Sven-Oliver Klinke.

Besonders erfolgreich seien die Beamten im Bereich Rauschgiftkriminalität tätig gewesen: Hier habe nicht nur die Aufklärungsquote, sondern auch die Zahl der registrierten Fälle um fast 25 Prozent zugenommen. Im Zuständigkeitsbereich der Polizei Oberstdorf sei dieser Wert sogar um rund 40 Prozent gestiegen.

«Das liegt aber nicht daran, dass wir mehr Drogenkonsumenten haben», erklärt der Oberstdorfer Dienststellenleiter Friedrich Hummel. Im Rahmen von Ermittlungsverfahren gegen Drogendealer seien die Beamten häufig auf weitere Personen gestoßen, die ebenso gegen das Betäubungsmittelgesetz verstoßen haben. «Auf Drogen achten wir bei Kontrollen generell zwar verstärkt, aber das schon seit Jahren.»

«Alles ist im Normalbereich»

Trotz der Zunahme der Straftaten im Landkreis gibt es laut Polizeisprecher Klinke in keinem der Bereiche einen besorgniserregenden, signifikanten Anstieg: «Alles ist im Normalbereich.» Obwohl aber auch in Sachen Gewaltkriminalität ein relativ hoher Zuwachs (16,3) zu verzeichnen war, seien es 2010 unterm Strich «nur 23 Vorfälle mehr» gewesen. Klinke: «Ein paar Schlägereien können hier schon jeweils fünf bis sechs Strafverfahren im Schnitt mehr ausmachen.»

 

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