Trotz hoher Öl- und Gaspreise: Alternativen weniger gefragt

Kempten | mun | Selbst wenn der gerade begonnene Winter so mild werden sollte wie der vergangene: Schon jetzt steht fest, dass er für die meisten einer der teuersten wird. Denn die Energiepreise - vor allem Öl, Gas und Strom - haben ein noch nie dagewesenes Niveau erreicht. Und in der Folge ist auch Brennholz teurer geworden. Holz-Pellets dagegen sind jetzt wesentlich günstiger als noch vor einem Jahr zu haben.

Dennoch ist die Zahl der installierten Pelletheizungen zurückgegangen. Auch wurden heuer weniger Solaranlagen für die Warmwasser-Aufbereitung montiert als noch 2006. Nach einer Hochrechnung des Bundesindustrieverbands der Haus-, Energie- und Umwelttechnik wurde heuer ein Drittel weniger Solarflächen verkauft als 2006. Der deutsche Markt für Holz-Heizkessel sei sogar von 55000 Stück im Rekordjahr 2006 auf rund 16500 in diesem Jahr abgesackt.

'Versteht kein Mensch'

Eine ähnliche Tendenz lässt sich laut Steffen Riedel vom Energie- und Umweltzentrum Allgäu (Eza) in der Region feststellen. 'Verstehen kann das eigentlich kein Mensch', meint Riedel. Möglicherweise zu erklären sei die rückläufige Zahl regenerativer Heiztechniken durch das Hin und Her der Förderprogramme. Riedel: 'Da fehlt es einfach an Kontinuität.' Wiederholt seien die Fördermöglichkeiten beschnitten, dann wieder verbessert worden.

Wer sich für eine Pellet-Zentralheizung entscheidet, muss bei der Investition deutlich tiefer in die Tasche greifen als beispielsweise für eine Öl- oder Gasheizung. Laut Eza würde beispielsweise für ein Einfamilienhaus aus den 80er Jahren mit 140 Quadratmetern Wohnfläche der Einbau einer Pelletheizung rund 17000 Euro kosten. Dabei würde eine Förderung von 1500 Euro fällig. Zudem könnte der Investor zinsgünstige Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) in Anspruch nehmen. Unterm Strich wären die Investitionen für eine Ölheizung mit 7400 Euro allerdings deutlich günstiger.

Bei den Kosten für den Brennstoff sähe die Rechnung allerdings anders aus. Während der Heizölpreis gestern ein neues Rekordhoch erreichte, sanken die Preise für Holzpellets innerhalb eines Jahres (Vergleichsmonat Oktober) von 250 auf 188 Euro pro Tonne. Ursache für diese Entwicklung der Ausbau der Produktionskapazitäten. Während Pellets im vergangenen Winter knapp zu werden schienen, gibt es heuer keinerlei Engpässe. Riedel von Eza: 'Aber auch im vergangenen Winter musste niemand frieren, weil er keine Pellets bekommen hätte.' Unterm Strich betragen die Heizkosten für eine Kilowattstunde mit Öl 75 Cent, mit Holzpellets 46 Cent, rechnet Riedel vor.

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