Oberstdorf
Trotz harscher Kritik Wille zur Zusammenarbeit

Angespannt ist derzeit das Verhältnis zwischen politischer Gemeinde und Sport in Oberstdorf: Das hat sich bereits in Gemeinderatsbeschlüssen gezeigt - und wurde jetzt bei der Jahresversammlung des Skiklubs (Bericht folgt) offen angesprochen. Sowohl Skiklub-Präsident Josef Geiger als auch Bürgermeister Laurent Mies hielten mit kritischen Worten nicht zurück - signalisierten aber: Der Wille, sich anzunähern, sei da.

Die Bewerbung zur Nordischen Ski-Weltmeisterschaft 2015 sei pünktlich erfolgt, kann laut Geiger allerdings noch bis Oktober zurückgezogen werden. Derzeit würden die Rahmenbedingungen für Investitionen festgelegt - jetzt gehe es darum, die Gemeinde von der Wichtigkeit der Veranstaltung für Oberstdorf zu überzeugen. Geiger verwies auf das lange erfolgreiche Zusammenspiel zwischen Sport und Tourismus, die Möglichkeit, einen Überschuss zu erzielen sowie die Sportstrukturen zu stärken und die Chance, an Fördermittel zu kommen, um Sportstätten zu sanieren.

Für die Gemeinde stünden Finanzen im Vordergrund und die Frage, warum die Nordische Skisport GmbH & Co. KG (KG) die Kosten nicht allein schultern könne. Der Skiklub-Präsident verwies deutlich darauf: Von vornherein sei klar gewesen, dass die KG für den Unterhalt der Anlagen, nicht aber für Neuinvestitionen aufkomme. An den Gemeindechef gewandt, betonte er aber: «Ich bin zuversichtlich, dass wir eine Lösung finden werden.» Diese Zuversicht resultiert wohl auch aus dem ersten internen Sportstrukturgespräch zwischen Vertretern aus Sport und Gemeinde am Dienstag, das - so der beiderseitige Eindruck - positiv stimme.

Kritik übte Geiger dennoch an vorausgegangenen Gemeinderatsdebatten - etwa am Beschluss, die Entscheidung über eine Verlängerung der Bürgschaft für die ausgegebenen Schuldscheine der KG zu vertagen. Das sorge für Verunsicherung unter den Zeichnern. Am schmerzhaftesten aber wirke sich für den Sport aus, dass der Gemeinderat mehrfach einen Antrag auf einen gastronomischen Betrieb in der Erdinger Arena abgelehnt hatte: Erdinger hat deshalb seine Zuschüsse bereits um 50000 Euro gekürzt.

Der Bürgermeister war nicht bereit, die Kritik unkommentiert zu lassen. Er forderte auf, nicht immer von der Gemeinde und dem Sport zu sprechen: «Wir alle sind Oberstdorf.

» Was eine Sportsbar angeht, betonte er: «Wir müssen eine Lösung finden». Doch fügte er an: Ein viertes Mal werde er das Thema nicht in den Bauausschuss geben.

Mies kritisierte, dass manche Handlung der Sportvertreter auf den Gemeinderat wenig vertrauensbildend wirke - etwa, wenn ohne Absprache mit dem Rathaus Werbung am Geiger-Kreisel zur Teamtour installiert werde. Er kam auch auf die langwierige Diskussion um den Pachtvertrag zum Langlaufstadion Ried zu sprechen. Hier sei wohl eine Lösung gefunden. Mies schloss mit Blick auf Oberstdorfs Finanzen: Alle Leistungen seien zu hinterfragen - da gehöre der Sport dazu.

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