Kreiskliniken
Trotz Defizits Blick nach vorn gerichtet

Zum Thema Kommunalunternehmen Kreiskliniken Unterallgäu sei momentan alles gesagt, so Landrat Hans-Joachim Weirather gestern in einem Pressegespräch mit der MZ. Wie berichtet, hatte Klinikumsvorstand Franz Huber am Montag über Fehlbetrag des Kommunalunternehmens von rund 6,1 Millionen Euro im Jahr 2009 informiert.

Der Landrat hat den Eindruck, dass «alle politisch Verantwortlichen die Haltung haben, die Kreiskliniken nach vorne bringen zu wollen». Er spüre auf allen Seiten - womit er Verwaltungsrat und sonstige Entscheidungsträger meint -, dass ein Einvernehmen und «viel guter Wille» vorhanden seien. Mit Blick auf das Klinik-Personal sei er sich sicher, dass mancher aufgrund der politischen Auseinandersetzungen gelitten habe.

Für das laufende Jahr rechnet Vorstand Huber im Gesamtergebnis mit einem Jahresfehlbetrag von rund 4,5 Millionen Euro. Darin enthalten ist laut Horst Sonnenmoser, Sprecher des Kommunalunternehmens, wie im Jahr 2009 ein defizitärer Betrag der Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) in Mindelheim und Babenhausen. Wie hoch dieser ausfällt, könne man noch nicht sagen. Der neue Rechnungsprüfungsausschuss des Verwaltungsrates wird das Zahlenwerk in den kommenden Monaten prüfen.

Mit Bekanntgabe der Ergebnisse werde etwa im Juli gerechnet, so Sonnenmoser.

Huber sprach von einem «schlechten Ergebnis» im Jahr 2009. Nichtsdestotrotz hätten die Beschäftigten «hervorragend gearbeitet». Er bedauert, dass dies aufgrund der wirtschaftlich-politischen Diskussionen in den Hintergrund getreten sei. Wie mehrfach berichtet, hatten die defizitäre Situation der MVZ sowie die Abfindungszahlungen in Höhe von insgesamt 629000 Euro an den ehemaligen Vorstand der Kreiskliniken, Alfons Hawner, sowie an den Ottobeurer Chefarzt Dr. Wolfgang Pflederer, der die Klinik im Mai 2009 verlassen hatte, zu teils heftigen Kontroversen in der Öffentlichkeit geführt. Auch Huber möchte «Ruhe reinbringen und den Blick nach vorne richten».

Rund eine Million Euro wurden etwa in die neue Abteilung für Sterilgutversorgung in Ottobeuren investiert. Man setze dort auf den Bereich der Chirurgie. Für qualitativ-hochwertige Behandlungen sei die Einrichtung dieser Abteilung daher sehr wichtig gewesen.

Juristischer Rahmen festgezurrt

Für die Zusammenarbeit mit dem Klinikum Memmingen sei der juristische Rahmen festgezurrt worden. Der Vorstand hofft auf Synergieeffekte, also auf Vorteile, die sich durch die Größe der drei Kliniken (Memmingen, Mindelheim, Ottobeuren) beispielsweise beim Einkauf ergeben sollen. Als Beispiel nannte er Bestellungen, die aufgrund einer erhöhten Abnahmemenge Einsparungen mit sich bringen könnten. «Grundsätzlich wird die Zusammenarbeit dem Kommunalunternehmen dabei helfen, den Bestand aller drei Häuser langfristig zu sichern», so Huber.

So stelle es auch die Satzung der Klinikmanagement Memmingen-Unterallgäu gGmbH «ganz klar heraus».

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