Markt Rettenbach
Trinkwasser: Anlagen werden miteinander vernetzt

Um eine langfristig gesicherte Trinkwasserversorgung im gesamten Gemeindegebiet von Markt Rettenbach zu schaffen, stehen im Laufe der nächsten Jahre einige grundlegende Maßnahmen an. Da diese auch finanziert werden und der Wasserhaushalt sich selbst tragen muss, befasste sich der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung mit einer Verbesserungs-Beitragssatzung sowie einer neuen Beitrags- und Gebührensatzung.

Für die Sicherung der Trinkwasserversorgung muss zusätzliches Wasser (acht Liter pro Sekunde) beschaffen oder von anderen Wassergemeinschaften gekauft werden. Alle bisherigen Wasserversorgungsanlagen sollen daher miteinander vernetzt und rechtlich zu einer Anlage zusammengefasst werden. Dabei werden die Quellen in Eutenhausen, Frechenrieden und Wineden wegen zu hoher Sanierungskosten und schwieriger Schutzgebietsausweisungen nicht mehr verwendet. Die Quellen Kilbrakhof, Engetried und Mussenhausen/Lichtenau bleiben erhalten und werden (bis auf Engetried) saniert. In Engetried wird eine sogenannte Ultrafiltrations-Anlage zur Reinigung installiert, da die Quellen wegen der Nagelfluhüberdeckung nicht hinreichend saniert werden können.

Kilbrakhof, Markt Rettenbach und Frechenrieden erhalten neue beziehungsweise zusätzliche Hochbehälter, um das Vorhaltevolumen für die außer Betrieb zu stellenden Hochbehälter zu ersetzen und zu erhöhen. In Mussenhausen muss ein Apparat zur Druckerhöhung in die Anlage eingebaut werden. Die Ortsnetze in Eutenhausen, Mussenhausen, Gottenau und Teile von Frechenrieden wurden im Zuge der Kanalisationsarbeiten erneuert, um die Druckverhältnisse und Durchflussmenge zu verbessern. Die Umstrukturierung der Wasserversorgung soll bis zum Jahr 2012 fertiggestellt sein.

80 Prozent über Beiträge finanziert

Die Kosten für die Maßnahmen sind laut Kämmerer Klaus Fröhlich mit insgesamt 4,12 Millionen Euro für den Verbesserungsbeitrag und mit 7,37 Millionen Euro für die Beitrags- und Gebührensatzung anzusetzen. Zu 80 Prozent seien diese über Beiträge und zu 20 Prozent über den Wasserpreis zu finanzieren. Die Erhebung der Beiträge, die nach Geschoss- und Grundstückflächen errechnet werden, ist in vier Jahresraten vorgesehen. Pro Quadratmeter Geschossfläche sind 5,60 Euro, für einen Quadratmeter Grundstücksfläche 90 Cent für den Verbesserungsbeitrag zu bezahlen. Besitzer neuer Anschlüsse haben gleich den erhöhten Betrag zu entrichten. Der Beitragssatz für die Herstellung eines Wasseranschlusses beläuft sich nun auf zehn Euro pro Quadratmeter für die Geschossflächen. 1,70 Euro pro Quadratmeter werden für die Grundstücksflächen angesetzt.

Unter den Ratsmitgliedern entspann sich eine längere Debatte darüber, ob nicht 90 Prozent über Beiträge umgelegt werden sollten, was den Wasserpreis von derzeit 50 auf 40 Cent senken könnte. Besonders die Großverbraucher, wie Landwirtschaft und Gewerbe, würden davon profitieren. Die Entscheidung für den Vorschlag von Kämmerer Fröhlich fiel mit 10:6 Stimmen. Der Wasserpreis soll zum jetzigen Zeitpunkt nicht geändert werden.

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