Beisetzung
Trauerfeier für Georg Fürst von Waldburg zu Zeil

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Tiefer Dank und großer Respekt vor der Lebensleistung – davon war die Trauerfeier für Georg Fürst von Waldburg zu Zeil und Trauchburg am Samstag geprägt. Am 2. Dezember war der Adlige im Alter von 87 Jahren auf Schloss Zeil gestorben. Dort wurde er nun auch beigesetzt, zuvor hatte ein Trauergottesdienst in der Pfarrkirche St. Verena in Bad Wurzach stattgefunden. 'Danke, dass er fast neun Jahrzehnte in unserer Mitte war', sagte Leutkirchs Oberbürgermeister Hans-Jörg Henle nach dem Requiem, 'sein Lebenswerk ist schwer zu erfassen, so vielfältig war es'.

Fast 600 Trauergäste nahmen an dem Gottesdienst teil, darunter Vertreter des europäischen Hochadels wie Hans-Adam II., Fürst von und zu Liechtenstein, Henri, Großherzog von Luxemburg, und Franz, Herzog von Bayern. Gebhard Fürst, Bischof von Rottenburg-Stuttgart, skizzierte den Verstorbenen in seiner Predigt als verantwortungsbewussten und gottgefälligen Menschen. 'Er hat über sechs Jahrzehnte segensreich die Geschicke des Hauses Waldburg-Zeil geleitet. Die Menschen hatten den Fürsten gern', sagte der Geistliche.

Erwin Teufel, früherer Ministerpräsident von Baden-Württemberg, erinnerte an das politische Verantwortungsgefühl des Verstorbenen. Dieses sei vor allem aus den schrecklichen Erfahrungen gespeist worden, die der Fürst als jugendlicher Flakhelfer mit dem Nationalsozialismus gemacht hatte. Die Erneuerung Deutschlands 'mit einer von christlichem Geist geprägten Ordnung' sei ihm fortan eine Herzensangelegenheit gewesen.

Dazu passe auch sein publizistisches Engagement als Mitherausgeber der Allgäuer Zeitung seit dem Jahr 1968. 'Christlichen Geist vermitteln und den Menschen Zukunft und Hoffnung geben, das war sein Ziel', sagte Teufel. Der Verstorbene sei zudem ein weitsichtiger Unternehmer, einer 'von Format', gewesen, der nicht nur für die fürstlichen Felder und Wälder echte Pionierarbeit geleistet habe.

Eine 'geniale Idee' nannte es Teufel, in einem einstigen Gasthaus in Isny eine Klinik zur Nachsorge und Vorsorge einzurichten – 'eine Initiative, die heute über 3000 Menschen sichere Arbeitsplätze bietet'. Die Waldburg-Zeil-Klinikgruppe hat jetzt 14 Häuser in vier Bundesländern.

Während der Trauerreden wurde Fürst Georg auf einer Lafette, von vier schwarzen Pferden gezogen, zurück auf das Residenzschloss gefahren, das seine Familie seit 400 Jahren bewohnt. 1000 Menschen hatten sich dort versammelt, viele verneigten sich später vor dem offenen Grab des Fürsten.

Autor:

Ulrich Hagemeier aus Kempten

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