Kaufbeuren / Biessenhofen
Trauer um Irmela Hahn

Als eine begabte und begeisterte Musikerin, die zusätzlich das Talent hatte, andere mit ihrer Leidenschaft anzustecken, so schildern Weggefährten Irmela Hahn. Die langjährige Kantorin an der Kaufbeurer Dreifaltigkeitskirche und Kulturpreisträgerin der Stadt ist nun im Alter von 84 Jahren gestorben.

Annemarie Elisabeth Gertrud Eleonore Irmela Hahn kam am 21. Januar 1925 in Hildesheim als jüngstes von drei Kindern zu Welt. Da Hahns Vater bei der Wehrmacht beschäftigt war, musste die Familie viel umziehen. Wohnorte waren unter anderem Riesa, Naumburg und Weißenfeld. In Regensburg machte sie 1943 Abitur und spielte auch dort bereits Orgel. Nach der Schule stoppte jedoch zunächst der Krieg die weitere Laufbahn. Ab 1946 studierte Hahn zunächst privat Orgel und Klavier in München. Von 1948 bis 1951 setzte sie ihre musikalische Ausbildung an der Musikhochschule in München fort und arbeitete anschließend als Kantorin in Würzburg und Hannover-Herrenhausen. Irmela Hahn gehörte zu den ersten Frauen in Deutschland, die als studierte Kirchenmusikerinnen hauptamtlich in diesem Beruf tätig waren.

Große Werke aufgeführt

Die 1964 neu gebaute Schmid-Orgel in der Dreifaltigkeitskirche führte sie am 1. April 1965 als erste hauptamtliche Kantorin und Kirchenmusikerin nach Kaufbeuren, wo sie bis zum Eintritt in den Ruhestand 1989 die Gemeinde musikalisch prägte. Neben der anspruchsvollen Pflege der Orgelmusik - auch bei Konzerten im weiten Umkreis - baute sie die Kantorei aus und brachte sie zur Aufführung großer Werke wie dem «Messias», dem Weihnachtsoratorium oder der Matthäus- und der Johannespassion.

«Sie war eine sehr gute Chorleiterin und absolut zuverlässig», so Johanna Grötzner, die viele Jahre unter Leitung von Hahn in der Kantorei gesungen hat. Ein breites musikalisches und musikhistorisches Wissen habe sie ausgezeichnet. Dabei habe Hahn es jedoch stets gut verstanden, die Stücke und ihre Interpretation einfühlsam und mitreißend zu vermitteln.

Sowohl am Pult, als auch im täglichen Leben sei Hahn eine «liebenswerte Persönlichkeit» gewesen, so Grötzner. Für ihr Wirken verlieh der Landeskirchenrat der bayerischen Landeskirche 1985 Irmela Hahn den Titel Kirchenmusikdirektorin und 1986 erhielt sie den Kulturpreis der Stadt Kaufbeuren.

1980 zog sie mit ihrer Schwester Marlen nach Biessenhofen, wo sie bis gut zwei Wochen vor ihrem Tod auch lebte. Auch im Ruhestand war sie lange Jahre in der Umgebung von Kaufbeuren aktiv, spielte Orgel, unterrichtete und gab Konzerte. In den vergangenen Jahren machten der Tod ihrer Schwester und zunehmende gesundheitliche Probleme Irmela Hahn zu schaffen.

Die Trauerfeier für Irmela Hahn findet am morgigen Samstag um 9.30 Uhr in der Kaufbeurer Dreifaltigkeitskirche statt. Beerdigung ist um 11 Uhr in Biessenhofen.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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