Memmingen
«Transparenter Steg stört nicht»

Die geplante Erweiterung des Hotels Weisses Ross sorgt seit einiger Zeit für kontroverse Diskussion unter den Memminger Stadträten (wir berichteten). Knackpunkt ist ein Steg über die Kalchstraße, der das Stammhaus mit einem noch zu bauenden Gebäude auf der gegenüberliegenden Straßenseite verbinden soll. Die Gegner des Projekts kritisierten, dass ein Steg den Blick auf das historische Straßenbild stören würde. Gestern hat nun Hotelier Fritz Halder gemeinsam mit Architekt Professor Dr. Josef Schwarz und Bauunternehmer Wolfgang Zettler der Presse einen Entwurf vorgestellt. Das Fazit der Planer lautete: «Der transparente Steg stört das Stadtbild nicht.»

Ebenfalls gestern legte das Stadtplanungsamt den Entwurf dem Bausenat kurz zur Kenntnisnahme vor. Nun soll eine so genannte «frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit und der Behörden» durchgeführt werden. Über das Für und Wider des Projekts werden die Stadträte aber erst nach der Sommerpause eingehender beraten.

«Alt und neu sinnvoll verbinden»

Wie Architekt Schwarz gegenüber der Presse erläuterte, könnten die beiden Hotelbereiche nicht durch einen unterirdischen Gang verbunden werden, da dort Versorgungsleitungen liegen würden. So habe man zusammen mit einem Experten für Glaskonstruktionen ein Konzept entwickelt, bei dem der Blick auf die historischen Fassaden nicht verstellt werde. So sollen sowohl der Boden als auch die Wände und das Dach des Stegs aus nicht spiegelndem Glas bestehen, wobei der Boden aber nicht durchsichtig sein werde.

Für die nötige Tragfähigkeit der Konstruktion sollen acht Zentimeter dicke Stahlrohre sorgen.

«Mit dem Entwurf wird alte und neue Architektur sinnvoll verbunden und den Komfort-Ansprüchen heutiger Hotelgäste Rechnung getragen», so Schwarz, der den Steg als eine Art Tor zur Altstadt sieht. Seiner Meinung nach würde der Bau das Image der Stadt verbessern. Dieser Argumentation schloss sich auch Markus Anselment, Regionalgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK), an. Aus Sicht der Wirtschaft bestehe Bedarf an weiteren Hotelzimmern und Tagungsräumen. Und Halder würde zehn neue Arbeitsplätze schaffen.

Laut dem Bauunternehmer und CSU-Stadtrat Zettler soll mit der Erweiterung des Hotels «die hässliche Baulücke» auf der gegenüberliegenden Straßenseite geschlossen werden. Geplant seien weitere 45 Zimmer, Tagungsräume sowie 46 Pkw-Stellplätze in einer Garage, die über ein Untergeschoss verfüge. Gleichzeitig soll in der jetzigen Hotelgarage und dem angrenzenden Friseursalon in der Salzstraße ein Tagungs- und Festsaal entstehen.

Nach Halders Worten werden die Gesamtkosten auf fünf Millionen Euro geschätzt. Er hofft darauf, dass der Entwurf die Zustimmung der Stadträte findet, so dass unter Umständen in einem guten Jahr mit dem Bau begonnen werden könnte. Ohne den Steg, so Halder, mache das Projekt «keinen Sinn».

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