Tourismus-Pionier im Blickfeld

Oberstdorf | pts | Die Pfarrkirche, das Alte Rathaus mit der 'Bergschau', das Hotel 'Mohren' und der Marktbrunnen rahmen das Herzstück von Oberstdorf ein, den Marktplatz. Nach sechsmonatiger Umbauphase mit Kosten von nahezu 1 Million Euro gehört auch wieder die ehemalige Kurverwaltung mit der Adresse Marktplatz 7 zu diesem vorzeigbaren Karree.

Bei dem renovierten und der Entstehungszeit angepassten Gebäude aus dem 19. Jahrhundert handelt es sich um das einstige Wohn- und Geschäftshaus des Oberstdorfer Tourismus-Pioniers Joseph Anton Vogler. Jetzt wurde eine Gedenktafel zu seinen Ehren an der Hausfassade enthüllt. In das Gebäude hielten ein Modegeschäft und exklusive Ferienwohnungen Einzug.

Die Umbau-Maßnahme des Hauses bildete so zusagen das 'Gesellenstück' einer neugegründeten kommunalen Immobilien-Gesellschaft (IGO), deren Geschäftsführung Gemeindewerke-Chef Peter Müller mit übernahm. Es hatte im Gemeinderat durchaus Widerstände gegen das Vorhaben gegeben, das gemeindeeigene Bauwerk nach der Übersiedlung der Tourist-Information in das 'Oberstdorf-Haus' mit derart hohen Kosten umzubauen und dann einem privaten Pächter zu überlassen.

Unerwünschte Konkurrenz?

So scheiterten zum Beispiel Überlegungen, dort Dokumentations-Möglichkeiten vor Augen zu führen, wie verzahnt die Kulturlandschaft und der Tourismus in Oberstdorf sind. Und dass in den beiden oberen Stockwerken mittlerweile vier Ferienwohnungen im Fünf-Sterne-Bereich (Mietpreis 110 bis 160 Euro) entstanden sind, wurde von mancherlei Seite als unerwünschte Konkurrenz der Kommune gegenüber den privaten Ferienwohnungs-Vermietern verstanden.

Doch Bürgermeister Thomas Müller wischte derlei Einwände bei der Enthüllung der Gedenktafel am ehemaligen Besitz des ersten Oberstdorfer 'Kurdirektors' vom Tisch. Im Gegenteil, der Tourismus-Ort habe mit der Verpachtung des hochwertigen 230 Quadratmeter Verkaufsfläche umfassenden Textil-Geschäfts an den Oberstdorfer Einzelhandels-Kaufmann Marcus Zobel und der von Zobel mitbetreuten Ferienwohnungen dem selbst gesetzten hohen Qualitäts-Maßstab entsprochen. Einig sei man sich immerhin im Marktgemeinderat gewesen, das Haus mit seinem ideellen Wert keineswegs aus kommunaler Hand wegzugeben, hielt Müller fest.

Sowohl der Rathaus-Chef als auch der IGO-Geschäftsführer gleichen Nachnamens brauchten nur auf die gegenüberliegende Seite des Marktplatzes zu schauen, um ein weiteres Betätigungsfeld der Liegenschafts-GmbH zu fixieren. Das Alte Rathaus weist zwar im Erdgeschoß eine vorzeigbare Alpin-Schau auf. Über das Obergeschoß mit dem Sitzungssaal des Gemeinderats lässt sich indes nicht das Gleiche sagen.

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