Tourismus-Branche: Fit für milde Winter

Von Günter Bartsch Tourismus und Klimaschutz: für die Allgäuer Aussteller auf der Internationalen Tourismusbörse in Berlin (ITB) geht das gut zusammen: 'Wenn die Politik den Urlaub in Deutschland weiterhin propagiert, werden wir davon profitieren', meint Bernhard Joachim, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Allgäu/Bayerisch Schwaben. Beppo Zeislmeier, Bürgermeister von Pfronten (Ostallgäu), kann sich gar ein Konzept für Öko-Urlaub im Allgäu vorstellen.

Auf den Wintersport wollen indes beide nicht verzichten: Dieser soll auch in Zukunft stattfinden - wenn nötig mit Hilfe von Beschneiungsanlagen. Ein wenig genervt reagiert Bernhard Joachim, wenn er auf den schneearmen Winter angesprochen wird. Der habe weniger mit dem Klima als mit der Wetterlage zu tun. Schließlich habe es im vergangenen Jahr sehr viel geschneit, erinnert Joachim.

Aber auch in milden Wintern müsse sich das Allgäu nicht verstecken, gebe es doch viele Alternativen zum Skifahren, wie Winterwandern und Nordic Walking: 'Dafür wurde in den vergangenen Jahren viel getan', sagt Joachim. Mit Erfolg - wie man an vollen Berghütten erkennen könne. Nicht weniger setze er aber auf den Wintersport: Etwa durch den Verbund der Allgäuer Bergbahnen gebe es hier deutliche Verbesserungen. Die Anlagen seien modern und die Beschneiung gelinge 'auf gutem Niveau'.

Auf Schneekanonen baut man auch in Pfronten, das zum zweiten Mal auf der ITB vertreten ist: Erstmals habe es in diesem Winter keinen Tag ohne Skibetrieb gegeben, so Pfrontens Tourismusdirektor Jan Schubert. Jenseits der Piste gebe es zudem zahlreiche Angebote wie den 'Kreativstadl': Wo früher landwirtschaftliche Geräte aufbewahrt wurden, kann man heute zum Beispiel Foto- oder Filzkurse absolvieren. Pfronten, so Schubert, fühle sich auch für schneearme Winter gewappnet.

'Stimmiges Konzept'

Bürgermeister Zeislmeier sieht in den verstärkten Klimaschutzbemühungen eine Chance für die Region - besonders dann, wenn es gelingt, ein 'stimmiges Konzept für das Allgäu als Umweltregion' zu schaffen. Den 'Urlaub mit einem guten Gefühl' kann sich der Pfrontener Bürgermeister so vorstellen: Anreise mit der Bahn, vor Ort weiter mit Bussen oder 3-Liter-Autos. Gerade bei der Bahn und im öffentlichen Nahverkehr gebe es dafür jedoch einigen Nachholbedarf, etwa bei der Elektrifizierung der Bahntrassen.

Angesichts heißer werdender Sommer in Südeuropa sieht Bianca Keybach, Tourismus-Chefin in Oberstaufen (Oberallgäu), für den deutschen Alpenraum eine große Chance: Seit vergangenem Jahr werde die 'Sommerfrische im Allgäu' auf dem italienischen Markt beworben. Hingegen müsse man realistisch sehen, dass für viele Deutsche das Allgäu auch in Zukunft keine Alternative zum Billigflug nach Mallorca oder zu anderen Zielen sein werde. Ihr Füssener Kollege Wolfram Schottler sieht das ähnlich: Ein 'Ersatz' könne das Allgäu dafür nicht sein, eine umweltfreundliche Alternative hingegen schon: 'Aber es bleibt abzuwarten, ob es nur ein Strohfeuer ist oder sich ein langfristiger Bewusstseinswandel einstellt.'

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