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Toter Spieler war am Herzen erkrankt

Der am Montag nach einem Eishockey-Juniorenspiel in Kaufbeuren gestorbene 19-Jährige litt an einer Vorerkrankung des Herzens. Diese Todesursache ergab gestern die von der Staatsanwaltschaft Kempten angeordnete Obduktion..

«Konkrete Anhaltspunkte für eine Einwirkung oder ein Verschulden Dritter am Tod des Eishockeyspielers ergaben sich hierbei nicht», berichtet Alexander Resch von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West. Damit wird es laut Resch auch keine Befragung des Gegenspielers vom Augsburger EV geben, mit dem der Verteidiger des ESV Kaufbeuren zusammengeprallt war. Denn nach dem Obduktionsergebnis brachte die Kripo Kaufbeuren ihre Ermittlungen zu Ende

Auf AZ-Nachfrage erklärte Franz Reindl, Generalsekretär des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) gestern, dass es im Nachwuchsbereich des DEB schon seit 15 Jahren keinen vorgeschriebenen Medizincheck mehr gebe, da eine Kontrolle der Vereine kaum möglich sei. Nur in den Profiligen und in der Deutschen Nachwuchs Liga (DNL) ist so etwas Vorschrift. Der DEB empfiehlt den Klubs aber, sich von jedem Eishockeyspieler einmal pro Jahr die Sporttauglichkeit attestieren zu lassen.

Beim ESV Kaufbeuren wird diese Richtlinie ab dem Schüler-Alter (14 Jahre) strikt umgesetzt, berichtet der langjährige Mannschaftsarzt und Sportmediziner Dr. Peter Gleichsner. Bei den medizinischen Tests stehen EKG, Belastungs-EKG, Lungenfunktion, Blutbild und Ganzkörperuntersuchung auf dem Programm. Weil das keine Kassenleistung ist, übernehmen die Eltern der Spieler die Kosten. «Das steht jedes Jahr für alle Spieler an», so Gleichsner.

Der gestorbene Spieler war allerdings noch nicht in dem Programm, weil er als Neuzugang erst frisch aus Sonthofen gekommen war. Angesichts des tragischen Todesfalls drängt Gleichsner vereinsintern sogar auf noch strengere Richtlinien. «Bisher ist eine Ultraschalluntersuchung des Herzens bei den Untersuchungen nicht dabei. Das sollte aber Vorschrift werden», sagt Gleichsner. Letztlich hänge das aber von der Bereitschaft der betreffenden Spieler und Eltern ab, meint Gleichsner.

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