Tonnenschwere Trommel auf Reise

Ruderatshofen | bs | Es scheint, als sei das ganze Dorf auf den Beinen. Die Balkone und Gehsteige an der Strecke sind voll besetzt an diesem traumhaft sonnigen Tag. Fast alle aus dem kleinen Dorf Ruderatshofen wollen dabei sein, wenn die große Trommel der Futtertrocknung auf ihrer Reise von Ebenhofen nach Geisenhofen im Ort vorbeikommt. 'Das ist ja fast ein Weltereignis', sagt eine ältere Frau am Straßenrand und blickt beinahe erschrocken auf das tonnenschwere Ungetüm, das gerade die Ortsgrenze passiert hat und nun durch die Ruderatshofener Poststraße rollt.

Schon eine Stunde zuvor hatten Polizei und Feuerwehr die Route des Schwertransports abgeriegelt und penibel darauf geachtet, dass bloß niemand dem monströsen Laster in die Quere kommt. Am frühen Nachmittag war der Transporter am alten Standort in Ebenhofen gestartet. Besonders schnell fährt er nicht. Die meisten der Interessierten können ganz bequem nebenher laufen. Als kleines Nadelöhr erweist sich die Kurve am Ruderatshofener Gemeindehaus. Dort scheint die Trommel, die fast 18 Meter lang ist und sechs Meter Durchmesser hat, an der Regenrinne zu kratzen. Wenige Zentimeter trennen das beschauliche Rathaus vom silbern glänzenden Metall des Trocknungsgeräts. Mit der Sicht des Experten weist ein Helfer mit Funkgerät dem Fahrer des Transporters den Weg. Als dieser Engpass erfolgreich gemeistert ist, macht sich der von mehreren Sicherungsfahrzeugen der beauftragten Spedition begleitete Lkw auf in Richtung Dorfausgang.

Alles läuft glatt und sogar schneller als gedacht

'Ganz schön groß', merkt ein junger Zuschauer an, als die Trommel an ihm vorbei schleicht. Er vergisst jedoch nicht anzufügen: 'Für Ruderatshofener Verhältnisse.' Als die Trommel das Ortsschild passiert hat, ist auch für die Helfer das Gröbste überstanden. 'Es lief alles glatt und sogar schneller als alle dachten', sagt ein Feuerwehrmann.

Die Trommel schleicht nun in Richtung Geisenhofen und wirkt auf den ersten Blick wie ein verirrtes UFO auf der Landstraße. Bei der neuen Anlage angekommen, gilt es nur noch, die Schwelle an der Einfahrt zu überwinden. Mit einem lauten Quietschen geht aber auch das vorbei. Zu dieser Zeit ist der Ruderatshofener Dorfplatz schon wieder wie leer gefegt. Es ist ganz ruhig im beschaulichen Ort.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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