Big-Band-Swing
Tom Gaebel und Big-Band im Theater in Kempten

Manchmal macht der Körper, was er will: Der Kopf fängt an zu wippen, die Füße klopfen im Takt auf den Boden, und die Finger beginnen unmerklich, aber immer deutlicher zu schnippen. Auslöser für dieses Verhalten kann zum Beispiel die Kombination aus Tom Gaebel und Gute-Laune-Swing aus der Ära von Dean Martin und Frank Sinatra im Theater in Kempten sein.

Auch oder gerade weil diese Zusammenstellung jeglichen Zeitgeist vermissen ließ, schaffte es Gaebel, dass das sonst eher zurückhaltende Allgäuer Publikum schon beim dritten Stück mitsang. Na ja, sind wir ehrlich: mitsummte. Aber immerhin.

Dass Gaebel dieses Ziel so schnell erreichte, lag an seinen Qualitäten als Entertainer alter Schule. Die Lässigkeit, die er auf der Bühne an den Tag legt, ist von seinen amerikanischen Vorbildern abgeschaut. Aber er kopiert die Sänger mit den großen Namen nicht nur.

Zurückhaltende Bewegungen, ein Augenzwinkern oder eine kurze, jedoch dezente Slapstick-Einlage – das alles passt gut zusammen. Der gerade mal 37-Jährige kann sich dank seiner starken Stimme diesen souveränen Auftritt leisten. Voluminös und mit viel Energie geladen harmoniert sein Gesang sehr gut mit der eingängigen Mischung aus Swing und Pop.

Den Vergleichen mit den ganz Großen hält Gaebels Organ stand – seien es nun Martin und Sinatra auf der einen Seite oder Tom Jones sowie Elvis Presley auf der anderen Seite. Nur die Fußstapfen des bluesig-rauen Ray Charles wollen nicht so recht passen. Aber das war schon der einzige Kritikpunkt des Abends, an dem der Sänger von einer glänzend aufgelegten Band begleitet wurde.

Vor allem die fein abgestimmten Bläsersätze wussten zu überzeugen. Mal spielten die Musiker hart und schneidend, aber ohne aufdringlich zu wirken, mal präsentierten sie sich sanft und einschmeichelnd, ohne beliebig zu sein. Und auch die Solos gefielen – vor allem das Duell der beiden Saxofone zwischen Gaebels Bruder Denis und Frank Sackenheim.

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