Schulden
Tochterfirma der Wirtschaftsförderung Sonthofen GmbH steigert Gewinn auf knapp 182 000 Euro

Finanziell gesehen ist die GmbH kein Erfolgsmodell: Sie ist total verschuldet. Die eine Million Euro Eigenkapital sind längst von früheren Verlusten aufgezehrt. Tatsächlich besteht die Passivseite der Bilanz nur noch aus 28 700 Euro Rückstellungen und 6 666 642 Euro Verbindlichkeiten.

Doch der Blick darauf allein wäre in den Augen des Geschäftsführers, Bürgermeister Hubert Buhl, zu kurz gegriffen, schließlich dient das Unternehmen ja der Unterstützung von Existenzgründern und Jungunternehmern sowie der Bestandspflege der Sonthofer Unternehmen.

Entstanden ist die GmbH nach dem Aus der Ergee-Produktion in Sonthofen. Wo früher Socken und mehr entstanden, findet sich heute das 'Sontra', Heimat für zahlreiche Firmen und Startplatz für Existenzgründer. Dazu hatte die städtische GmbH damals Fabrikgebäude übernommen und umgebaut, setzte also Steuermittel ein, um neue Arbeitsplätze zu fördern.

Zudem bewirtschaftet die GmbH die Marktanger-Tiefgarage und hatte zeitweise sogar ein ehemaliges Warenhaus besessen. Im Vorjahr wurde diese Immobilie an die Betreiber des Allgäu Outlet verkauft. Anderes 'Geschäft' war 2010 der Kauf von Fotovoltaikanlagen für 300 000 Euro, um auf den Dächern von Realschule und Grundschule Altstädten Sonnenstrom zu erzeugen. Natürlich wurde auch das über ein Darlehen finanziert, bringt jetzt aber Erträge durch die Einspeisung von Strom ins Leitungsnetz.

Positive Impulse für die Wirtschaft

Der im Vorjahr auf knapp 182 000 Euro gesteigerte Gewinn resultiert laut Buhl vor allem aus gesenkten Kosten und Zinsausgaben sowie einer veränderten Abschreibungsdauer. Auch heuer rechnet Buhl mit einem positiven Ergebnis – das unter anderem, weil das Sontra mit langfristigen Vermietungen sehr gut ausgelastet sei. Allerdings werden dort vermutlich zum Schuljahr 2012/2013 an die Mittelschule vermietete Räume wieder frei. In dem Lagebericht, den Buhl dem Stadtrat (und damit zugleich der Gesellschafterversammlung) vortrug, bewertete der Rathauschef die Entwicklung der GmbH optimistisch. Das Unternehmen bringe der Wirtschaft positive Impulse. Könne man als Gesellschafter die Zinsaufwendungen weiter reduzieren, bringe das die GmbH langfristig in die Gewinnzone.

Der 2010 erwirtschaftete Gewinn dient dazu, die Millionen Euro schweren Verlustvorträge der Vorjahre etwas zu mildern. Diesem Vorschlag von Geschäftsführer Buhl und Aufsichtsratsvorsitzendem Harald Voigt schloss sich der Stadtrat einhellig an. Die Entlastung der GmbH-Führung erfolgte bei einer Gegenstimme. Die hatte Buhl erhalten, weil er bei der Frage nach dem Gesamtschuldenstand der GmbH ins Schlingern gekommen war.

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