Special Winter 2019 SPECIAL

Skatetour
Tobias Hammer (29) aus Blaichach organisiert erfolgreiche Skateserie im Allgäu

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200 Skater. Fünf Orte. Kein Geld und doch ein Riesenerfolg. Tobias Hammer (29) und Ferdinand Christ (19) vom Ridersheaven-Team haben aus dem Nichts eine Skateboard-Serie auf Allgäuer Beton gezaubert, die in Süddeutschland ihresgleichen sucht. Aus einem lockeren Quasi-Flashmob, bei dem man währenddessen noch die Regeln auskartelte, ist ein ernst zu nehmender Wettkampf geworden, zu dem immer mehr Rollbrettkünstler anreisten. Obwohl es keine Preisgelder gab, flippten und kickten sie sich um Kopf und Kragen für die Ehre, für den Vergleich unter Gleichen. Wir sprachen mit Tobias Hammer über seine Erfahrungen, die Allgäuer Szene und wie es mit der Sunny-Hills-Tour weitergeht.

Herr Hammer, wie schwierig ist es in einer Freizeitsportart wie Skaten, eine feste Tour im Oberallgäu zu organisieren?

Tobias Hammer: Es war schwierig. Mehr Aufwand, als ich dachte. Sowas hat es in den vergangenen 15 Jahren hier nicht gegeben. Darum wussten die Kommunen nicht, wie sie damit umgehen sollen. Anfangs sollten wir hunderte Euro bezahlen, um einen öffentlichen Skateplatz nutzen zu können. Dabei hatten wir gar kein Geld. Oft war ich bei den Gemeinden auf der Matte gestanden und habe erklärt, was wir da eigentlich machen: Jugendarbeit.

Was war das Ergebnis?

Hammer: Schließlich haben alle mitgezogen. Die Kosten konnten wir auf ein Minimum drücken. Und der Erfolg bei den Jugendlichen spricht Bände. Es hat sich gezeigt, dass man auch mit wenig Mitteln für die Jugend was machen kann. Deutschlandweit haben wir tolle Rückmeldungen aus der Szene bekommen. Das motiviert.

<< Laisser-faire >> schien es bei manchem Tourstopp zu heißen. Sind sich Skater manchmal selbst nicht im Klaren, ob sie den ordentlichen Wettkampf überhaupt wollen?

Hammer: Wir sind uns darüber im Klaren, dass so manches für Berichterstattung und Regelwerk verbessert werden muss. Es gibt noch viele Minuspunkte, die wir ausmerzen müssen. Doch es ist erst mal am Wichtigsten, was für die Szene zu tun, die Oberallgäuer Skater zusammenzubringen. Im Wintersport haben wir das schon geschafft. Beim Boarden und Slopestyle ist nix mehr mit Larifari. Die Sportarten sind olympisch. Als ich angefangen habe, war das noch undenkbar.

Wie sehen Ihre Pläne aus? Gehts im Winter mit der Sunny-Hills-Tour weiter?

Hammer: Wir planen diesmal ebenfalls fünf Tourstopps im Winter. Zu Crystal Ground, Fellhorn und Bolsterlang sollen noch zwei dazukommen. Da kann der Verband dann zur Talentsichtung vorbeischauen. (lacht, aber gleich wieder ernst) Mit unseren Voraussetzungen im Allgäu können wir so etwas wie ein Snowboard/Freeski/Slopestyle-Leistungszentrum werden. Und wir haben viel Potenzial. Unsere Boarder und Freeskier sind so heiß auf die Saison, dass sie beim ersten Schnee auf Grasgehren fahren und sich die Bretter drunter schnallen. Das birgt auch gute Aussichten für die Skigebiete: Die Ski- und Snowboard-Verrückten machen die voll, auch zur Nebensaison. So wie die Skater, die nur ihr Brett brauchen und eine glatte Ebene und so die Plätze beleben, ist es im Wintersport auch.

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