Immenstadt
Titelkämpfe beginnen mit «Zitterpartie»

Sie sind aus ganz Deutschland gekommen - und hängen nun fest: 82 Segler warten am Ufer des Großen Alpsee in Immenstadt fröstelnd auf die erste Wettfahrt bei der internationalen deutschen Meisterschaft. Sie haben sich auf jede Menge Wind eingestellt, aber ausgerechnet der lässt gestern auf sich warten. Flaute am Alpsee! Und das Ganze bei Temperaturen knapp über Null Grad. An Land steht einer der Favoriten in der olympischen Bootsklasse Laser-Standard: Jugend-Europameister Philipp Buhl (19) vom Segelclub Alpsee-Immenstadt (SCAI) reibt die Hände aneinander. «Heute morgen habe ich mein Segel steif und gefroren an die Hauswand gelehnt. Das habe ich bisher erst einmal erlebt», sagt der junge Mann in der dicken Winterjacke.

Stabiler Wind ist Pflicht

Beim gestrigen Auftakt warteten Buhl und seine Konkurrenten vergeblich auf einen Einsatz. Noch bis Sonntag bleibt Zeit, um mindestens vier von elf geplanten Wettfahrten durchzuführen. «Bevor nicht ein stabiler Wind auffrischt, geht kein Boot ins Wasser», erklärt SCAI-Vorsitzender Ulrich Weigel (41). Die Meisterschaft findet jedes Jahr im Oktober statt - doch selten zuvor war es so kalt wie in diesen Tagen. «Manche Teilnehmer haben doch etwas gestaunt, als sie morgens Schnee von der Plane schaufeln mussten», sagt Weigel schmunzelnd. Schlechte Laune kam - zumindest gestern - trotzdem nicht bei den Teilnehmern auf. «Wir vertreiben uns die Zeit mit Spielchen», erzählt Buhl.

«Zum Beispiel versuchen wir mit einem krummen Hammer Nägel in einen Holzblock zu versenken», plaudert der 19-jährige Sonthofer, der sonst in Kiel trainiert, aus dem Nähkästchen. Sobald der Wind kräftig genug weht, ist es mit der Geselligkeit freilich vorbei. Dann versucht jeder Segler, einen fünf bis sieben Kilometer langen Kurs so schnell wie möglich zu meistern: «Ich will hier schon gewinnen», sagt Buhl selbstbewusst. Um den Jungen Paroli zu bieten, ist Franz Weiss (69) aus Altötting angereist. Der segelnde Rentner hat in einer Pension Quartier bezogen. «Ich bin ein Wettkampftyp. Darum mische ich hier immer noch mit», erklärt der Routinier, der die erste Wettfahrt bei der diesjährigen «Deutschen» herbeisehnt.

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