Füssen
Tierschau lockt Scharen auf den Volksfestplatz

Kaum hat die Schau zum Jubiläum der Viehzuchtgenossenschaft (VZG) Weißensee und Umgebung auf dem Füssener Volksfestplatz ihre Tore geöffnet, strömen Menschen in Scharen herbei: einheimische Familien ebenso wie Touristengruppen. Jonathan und sein Papa Andi Gutbrod aus Füssen haben für die Kühe und Kälber ihre Feiertagstour auf dem Radl unterbrochen. Sie schlendern in Richtung Zelt, wo die Tiere dem Preisrichter und dem Publikum vorgeführt werden. Der Sechsjährige ist begeistert und erzählt: «Wir haben von der Straße aus gesehen, dass hier so viel los ist. Das wollten wir nicht verpassen.» Ihm gefallen die Kälber am besten. Aber - so Jonathan - «auch die großen Tiere sind alle schön.» Viele junge Familien nutzen auf ihrem gemeinsamen Ausflug spontan die Gelegenheit, die Sprösslinge die Kälber aus den VZG-Betrieben streicheln zu lassen, die in der wärmenden Sonne vor dem Festzelt stehen.

Nicht vom Muhen der Tiere, sondern von Plakaten und dem Vorbericht in unserer Zeitung werden andere Besucher angelockt. «Die Schau macht einen sehr guten Eindruck», so Martin Curtius aus der Nähe von Bonn. Der 20-Jährige hat beruflich mit Pferden zu tun und schnuppert bei seinem Urlaub im Allgäu mit seiner Freundin entspannt ins weite Feld der Viehzucht hinein. Die Veranstalter bieten auch eine kleinere Ausstellung mit Fahrzeugen und Maschinen. Publikumsmagnet sind aber die Allgäuer Kühe.

«Wir leben zwar alle auf dem Land, doch so stattliche und so viele Tiere gibt es bei uns nicht», meint die Rheinländerin Ute Becker, die mit drei Freundinnen auf der Tribüne die Jubiläumstierschau verfolgt. Ihr Mann, Dieter Becker, hat sich davon ebenfalls beeindrucken lassen. Er macht sich auch Gedanken zur Lage der Bauern.

«Die kleinen Betriebe haben es besonders schwer. Das ist in anderen Branchen aber auch nicht anders.» Dass die Landwirte an die Öffentlichkeit gehen und ihre existenziellen Sorgen zur Sprache bringen, können Dieter Becker und auch andere Besucher gut verstehen. Andi Gutbrod zum Beispiel: «Für einen Liter Benzin wird heute viel mehr Geld bezahlt als für das Nahrungsmittel Milch. Da stimmt doch etwas nicht.»

Die Jubiläumstierschau ist allerdings nicht als politisches Forum für Solidaritätsbekundungen mit gefährdeten Milchproduzenten ausgelegt. Robert Geiger, VZG-Obman: «Nach 50 Jahren zeigen wir wieder eine Viehschau. Dass so viele Besucher uns kommen und sich sachlich informieren, freut uns sehr. Das ist für unseren 75-jährigen Verband ein Erfolg.» Die Idee, die Veranstaltung auf dem Füssener Volksfestplatz anzusiedeln, sei sehr gut gewesen.

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