Verbraucher
Tiefkühlfisch darf nicht umgetauscht werden

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Nicht immer ist der Kunde mit dem Gekauften zufrieden. Oftmals kann er die Waren auch wieder umtauschen oder sich Geld zurückerstatten lassen. Doch Seltsames bemerkte ein AZ-Leser in einem Verbrauchermarkt: Dort hatte ein Kunde Tiefkühlfisch eingekauft, um aber später festzustellen, dass ihm die Ware nicht passt. Er brachte den Fisch wieder in den Markt zurück und wollte ihn umtauschen - was zur Verblüffung des Lesers auch geschah. Der Leser fragt daher: «Dürfen Lebensmittel überhaupt umgetauscht werden, vor allem wenn es sich dabei um Tiefkühlwaren handelt?»

Grundsätzlich sei die Rücknahme von gekauften Waren eine privatrechtliche Sache, berichtet Oberregierungsrat Ralf Kinkel vom Landratsamt Ostallgäu. Allerdings sei üblicherweise ein Umtausch nur bei einem Mangel der Ware möglich. << In dem vorliegenden Fall besteht wohl kein Umtauschrecht. Es liegt in der Kulanz der Unternehmer, dennoch die Sachen umzutauschen >>, so der Leiter des Gesundheitsamtes weiter.

Doch dann greife das Lebensmittelrecht. Denn der Unternehmer müsse gewährleisten, dass bei gefrorenen Lebensmitteln die Kühlkette nicht unterbrochen wird. << Wenn der Unternehmer Tiefkühlware vom Endverbraucher zurücknimmt, kann er diese nicht wieder in Verkehr bringen, da er nicht sicherstellen kann, dass die Kühlkette eingehalten wurde >>, erklärt Kinkel.

Zudem sei auch eine Infizierung mit Pilzen oder Bakterien nicht auszuschließen. Deshalb gelte das Verbot vom Wiederverkauf auch für sonstige Lebensmittel. << Es kann eigentlich in keinem Fall ausgeschlossen werden, dass eine Kontamination der Lebensmittel stattgefunden hat, sodass ein erneuter Verkauf ausscheidet >>, erläutert der Oberregierungsrat.

Nicht immer Klarheit

Bei anderen Waren sei die Sache weniger klar. << Grundsätzlich besteht die Verantwortung auch bei sogenannten Bedarfsgegenständen wie Kleidung, Kosmetika, Spielwaren oder Kochgeschirr. Im Gegensatz zu Lebensmitteln ist hier aber denkbar, dass der Unternehmer bei zurückgegebenen Waren gewährleisten kann, dass beim erneuten Verkauf keine Gesundheitsgefahr für den Verbraucher besteht >>, so Kinkel.

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