Theresienhof: Mehr Platz für Textilien

Füssen (hs). An den Plänen für das Einkaufszentrum Theresienhof neben dem Sparkassen-Gebäude will die Stadt Füssen nicht rütteln lassen. Auch nicht vom Landesverband des Bayerischen Einzelhandels (LBE), der vor einem Ausufern der Verkaufsflächen in Füssen warnt. Unterdessen kommt Bewegung in die vorgesehene Nutzung des Theresienhofs: Auf den ursprünglich geplanten Drogeriemarkt werde verzichtet, da der Textilienbereich aufgestockt werden soll, sagte Vize-Bürgermeister Walter Ganseneder im Bauausschuss.

Wie mehrfach berichtet, will die Oberstdorfer Unternehmensgruppe Geiger in dem Einkaufszentrum zwischen Theresienstraße und Sparkasse knapp 4000 Quadratmeter Verkaufsflächen errichten. Zusätzlich sind Wohnungen, Praxen und Büros im Dachgeschoss vorgesehen. Mit fast 1500 Quadratmetern Verkaufsfläche bildete schon in der ersten Planung das Textil- und Bekleidungssortiment den Mittelpunkt des Angebotes. Daran reihten sich bislang ein Schuhgeschäft, ein Drogeriemarkt sowie ein Lebensmittel-Vollsortimenter. Ein kleines Café im Erdgeschoss und eine Espressobar im Obergeschoss sind ebenfalls vorgesehen. Nun soll auf den Drogeriemarkt verzichtet werden, sagte Zweiter Bürgermeister Ganseneder im Bauausschuss. Denn für den Bereich Bekleidung werde mehr Platz benötigt. Der Ausschuss nahm diese Auskunft ohne weitere Debatte zur Kenntnis.

Grundsätzliche Bedenken gegen das Projekt hat vor kurzem der Landesverband des Bayerischen Einzelhandels vorgebracht. In einer mit der Werbegemeinschaft abgestimmten Stellungnahme weist der LBE darauf hin, dass in Füssen bereits drei Quadratmeter Verkaufsfläche pro Einwohner existierten - der Bundesdurchschnitt liegt bei 1,4 Quadratmeter. Wolle man jetzt die Gesamt-Verkaufsfläche von rund 42 000 Quadratmetern um gut zehn Prozent aufstocken, werde dies den Wettbewerb erneut verschärfen. Dies 'birgt die Gefahr von Aufgaben bestehender Unternehmen', warnt der Verband, der zu derzeitigen Situation festhält: 'Füssen ist damit pauschal betrachtet in mehr als ausreichendem Maße mit Einzelhandel versorgt.'

Das Institut, dessen vor Jahren erarbeitetes Einzelhandelsgutachten die Grundlage für das Projekt Theresienhof bildet, kommt zu einem anderen Schluss. Die Verkaufsflächen-Ausstattung von Füssen dürfe man nicht nur auf das Stadtgebiet beziehen: Der Einzugsbereich umfasse knapp 50 000 Einwohner, für bestimmte Sortimente kämen auch noch rund 16 000 Österreicher hinzu. 'Vor diesem Hintergrund lässt sich aus der derzeitigen Verkaufsflächen-Ausstattung sicher nicht eine mehr als ausreichende Versorgung ableiten', heißt es in der Stellungnahme dieses Institutes.

Auch die LBE-Kritik, dass das Einkaufszentrum sich 'nicht in Kernstadt-integrierter Lage' befindet, weist das Institut zurück: Der Standort gehöre eindeutig zur Innenstadt. Dies sieht auch Bürgermeister Christian Gangl so: 'Wenn nicht dieser Standort zur Innenstadt gehört, welcher dann?' sagte er gegenüber unserer Zeitung. Allerdings müsse man für eine optimale fußläufige Verbindung der Kunden des Einkaufszentrums in die Altstadt sorgen, betont auch der Rathaus-Chef.

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