Kempten
Theater lässt Raum für Fantasie

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Eine Frau, die im Kampf gegen Aberglauben, Willkür und Macht ihr Geschlecht verleugnet, um als Mann selbstbestimmter Leben zu können. Vom Mönch und Wunderarzt zum Priester und schließlich zum Papst. Der Inhalt des Bestseller-Romans 'Die Päpstin' von Donna W. Cross begeisterte bereits unzählige Menschen weltweit. Das Theaterunternehmen 'theaterlust' brachte das Stück in Kooperation mit dem Theater in Kempten (TIK) im Kemptener Stadttheater zur Premiere. Von dort aus startete die Truppe ihre Tournee. Wer Buch und Film kennt, kann sich kaum vorstellen, wie ein derart großer Stoff auf einer, im Vergleich zu all den Schauplätzen, kleinen Theaterbühne umgesetzt werden soll.

Regisseur Thomas Luft wurde bei Darstellung und Choreo-grafie von einem Tanztheater mit Shaolin-Mönchen inspiriert, bei denen lebensgroße Kisten als Kulisse dienten. Immer anders angeordnet werden diese bei der 'Päpstin' vom Kriegsgelände zum Unterrichtsraum, von der Stadtmauer zum Papststuhl.

Verstärkt wurde die Wirkung der Kulisse von geschickt eingesetzter Videokunst und fließenden, tänzerischen Bewegungen der Schauspieler. Das Stück wurde live mit der Musik von Georg Karger begleitet. 'Wir wollten nicht den Film reproduzieren, sondern unseren eigenen Weg gehen. Wir hoffen, dass die Zuschauer sich einlassen und unser Konzept aufgeht', erklärte Regisseur Thomas Luft im Gespräch vor der Premiere. Anschließend an die Vorstellung lässt sich sagen: Die Sorgen waren unbegründet. Das Wagnis ist gelungen, die Zuschauer waren begeistert.

'Trotz weniger Mittel eine gigantische Vorstellung', 'Die Art der Regie war faszinierend', lauteten zwei von zahlreichen Besucherstimmen. Besonders Hauptdarstellerin Anja Klawun, fand durch ihre Rolle als Johanna großen Anklang beim Publikum.

Weniger ist mehr

Wieder einmal zeigte sich an dem Premierenabend, wie Theater auch im digitalen Zeitalter nach dem Prinzip 'Weniger ist manchmal mehr' funktioniert. 'Wir gehen auch gern ins Kino, aber Theater ist nochmal etwas ganz anderes. Man ist näher am Geschehen, kann den Atem der Darsteller hören', erklären Stammgäste Ulrike und Heinrich Bauer, die mit ihrem 'Kleinen Kunstforum 9c' schon lange das Kemptener Kulturleben fördern.

Theater bringt dem Zuschauer Inhalte auf ganz eigene Weise nahe. Jedes Theaterstück ist ein unmittelbares und unwiederholbares Ereignis. Jede Vorstellung ruft verschiedene Reaktionen beim Publikum hervor. Dies sind wenige der vielen Gründe, weshalb sich viele Menschen für die Darstellungsform begeis­tern. Das Theaterunternehmen 'theaterlust' ist mit seinem Stück 'Die Päpstin' weitergezogen, wer sich aber dennoch wieder einmal von der Bühnenkunst fesseln lassen will, sollte einen Blick auf den TIK-Spielplan werfen.

Dieses Wochenende verlieren sich Zuschauer im spannungsgeladenen Thriller 'Waisen' und die nächs­te Eigenproduktion steht in den Startlöchern: Mit 'Was ihr wollt' bringt das TIK eine der irrwitzigsten und schönsten Shakespeare-Komödien auf die Bühne. Infos unter www.theaterinkempten.de.

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