Entführung
Terror-Gruppe Boko Haram droht, entführten Kaufbeurer Eberhard N. zu töten

Eberhard N. aus Kaufbeuren half nigerianischen Jugendlichen bei ihrer Ausbildung. Dann wurde er entführt. Nun droht die die Terror-Gruppe Boko Haram, den Allgäuer zu töten.

Er reiste nach Afrika, um das Leben der Menschen zu verbessern, nun muss er um sein eigenes fürchten: Nach Informationen der Allgäuer Zeitung handelt es sich bei dem in Nigeria entführten Deutschen um den Kaufbeurer Eberhard N. Der ehemalige Angehörige der Bundeswehr war in Nigeria als Entwicklungshelfer aktiv, im Juli wurde er im Nordosten des Landes verschleppt.

Seither befindet er sich offenbar als Geisel in der Gewalt der islamistischen Terror-Gruppe Boko Haram. Die Miliz droht damit, den Allgäuer zu töten. In einem im November aufgetauchten Video sprach der Anführer der Miliz, Abubakar Shekau, von einer Hinrichtung.

Beim Auswärtigen Amt in Berlin hieß es auf Anfrage, man äußere sich nicht zu Einzelheiten in Entführungsfällen. Nach Informationen der Allgäuer Zeitung waren nach der Entführung deutsche Sicherheitskräfte in der nigerianischen Hauptstadt Abuja. In der Regel geht es den Entführern um Lösegeldzahlungen. Die Regierung macht zu solchen Geschäften aber grundsätzlich keine Angaben.

Eberhard N. half bei der Ausbildung von Jugendlichen.

Eberhard N. hatte sich nach seinem Ausscheiden aus der Bundeswehr einem privaten Entwicklungshilfedienst angeschlossen und war immer wieder für mehrere Wochen in Afrika tätig gewesen. Zuletzt war er im nordnigerianischen Bundesstaat Adamawa für das "Technical Training Center" (TTC), eine Ausbildungsinitiative der Regierung gegen die massive Jugendarbeitslosigkeit, tätig.

In der Region arbeiteten zu diesem Zeitpunkt mehrere deutsche Entwicklungshelfer. Vor Ort soll der Vater von drei teils erwachsenen Kindern sehr beliebt gewesen sein. N. leitete eine Bildungseinrichtung, an der Jugendliche eine handwerkliche Ausbildung absolvieren können. Tausende Nigerianer flüchten vor Boko Haram.

Am Morgen des 16. Juli wurde N. dann in der Stadt Gombi auf offener Straße von Bewaffneten auf Motorrädern verschleppt. "Es sah aus, als würden sie ihn um etwas bitten. Dann kurbelte er das Fenster runter, um ihnen zuzuhören", schilderte ein Augenzeuge Mitte Juli der Deutschen Welle. Dann hätten die Entführer Masken aufgesetzt, ihre Waffen herausgeholt und den Mann gezwungen, mit ihnen zu kommen.

Mehr als 10.000 Menschen bei Anschlägen von Boko Haram getötet. Boko Haram hatte in der Vergangenheit wiederholt Ausländer entführt, darunter im Januar 2012 einen deutschen Bauingenieur. Die Extremistengruppe kämpft seit Jahren mit Gewalt für einen islamischen Staat im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias. Seit 2009 tötete Boko Haram bei Anschlägen und Angriffen auf Polizei, Armee, Kirchen und Schulen mehr als 10.000 Menschen. Weltweit Schlagzeilen machten die Islamisten im April mit der Entführung von 276 Schülerinnen aus dem Ort Chibok.

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