Mittelberg / Kleinwalsertal
Tennishalle im Winter noch geöffnet

Nun bleibt die Tennishalle in Mittelberg/Bödmen in diesem Winter doch geöffnet. Ein vom Gemeindevorstand beauftragtes Ingenieurbüro hatte die Halle eigentlich als nicht mehr standsicher eingestuft. Bei Schneefall hätte die gesamte Gebäudeanlage sofort geräumt werden müssen, hieß es. Der Grund: An diversen Konstruktionswerken ist es zu Wassereintritten gekommen. Aus Sicht der Gutachter hätte die Sicherheit nicht mehr garantiert werden können. Aufmerksam machten die Ingenieure auch darauf, dass der beim Bau verwendete Leim für die Dachkonstruktion derselbe war, der seinerzeit bei der eingestürzten Halle in Garmisch Partenkirchen verwendet wurde.

Das hatte bei Gemeindevertretern für Verwunderung gesorgt - war doch erst vor drei Jahren bei einer Überprüfung eine ausreichende Tragfähigkeit bestätigt worden. Diese könne das Bauwerk nun in den vergangenen drei Jahren wohl kaum verloren haben, so die einhellige Meinung der Mandatare Anfang Dezember.

Bürgermeister Werner Strohmaier meldete ebenfalls Zweifel an der Auslegung des Gutachtens an. Als oberster Chef der Baubehörde im Tal hätte er aber bei einer Bestätigung des Ingenieururteils auf eine Schließung der Anlage drängen müssen. «Ohne Tennis» und ohne die «Restauration» in der Halle auch für Langläufer «wird es nicht gehen», lautete das Urteil der Gemeindemandatare.

Deshalb wurde ein neuerliches Gespräch mit dem Gutachterbüro anberaumt, um nach einer Lösung zumindest für diesen Winter zu suchen. Das Ergebnis: Die Tennishalle kann unter Einhaltung diverser Auflagen über den Winter geöffnet bleiben. Es bestehen demnach keine Bedenken, wenn die Schneelast auf dem Dach 200 Kilogramm nicht überschreitet. Deshalb wird die Gemeinde ein Unternehmen beauftragen, bei Schneefall das Dach zu räumen. Zudem wird die Halle ständig genau beobachtet, vor allem jene Konstruktionswerke, die «vom ständigen Wassereintritt» in Mitleidenschaft gezogen sind, so Gemeindesekretär Toni Berchtold.

Nach dem Winter muss dennoch etwas mit der Tennishalle geschehen - dessen sind sich die Gemeindemandatare bewusst. Hubert Lorenz (VP) forderte dazu auf, das Projekt «in der Prioritätenliste der Gemeinde ganz nach oben» zu setzen. Christian Nenning (FPÖ) wünscht sich, dass man über «eine Gesamtlösung Bödmen» nachdenkt. Für Bürgermeister Werner Strohmaier (FPÖ) steht fest: «Die Halle wird geschliffen werden müssen.» Wie und in welcher Form man Ersatz schaffen kann, «darüber müssen wir jetzt intensiv nachdenken».

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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