Tarife
Taxifahren wird 13 Prozent teurer

Wer etwa zum Flughafen fahren möchte oder nachts das Auto nach dem letzten Glas Wein lieber stehen lässt, greift gern zum Handy und wählt die Nummer der Taxizentrale. Dann meldet sich oft eine freundliche Frauenstimme, die das nächste Taxi losschickt. Dem Fahrer wird noch schnell gesagt, wo es hingehen soll – und schon läuft das Taxometer. Das war bislang schon nicht unbedingt eine kostengünstige Angelegenheit. Nun sollen die Tarife sowohl in Kaufbeuren als auch im Ostallgäu steigen.

Preise nicht frei festsetzbar

Weil gleich mehrere hiesige Taxiunternehmen eine Fahrpreiserhöhung fordern, wird laut Jürgen Schlamber, Sachgebietsleiter Verkehrswesen der Stadt Kaufbeuren, demnächst dem Stadtrat ein entsprechender Antrag vorgelegt – voraussichtlich im November. Denn laut Personenbeförderungsgesetz können die Taxiunternehmen die Preise nicht einfach selbst festlegen, sondern müssen sie im so genannten Pflichtfahrgebiet (das sind in der Region Kaufbeuren und das Ostallgäu) mit den kreisfreien Städten und Landkreisen abstimmen.

Im Ostallgäu ist man bereits einen Schritt weiter als in Kaufbeuren: Dort drängten schon im März einige Taxiunternehmen auf eine Fahrpreiserhöhung, die vom Landratsamt abgesegnet wurde und ab dem 15. Oktober gültig wird.

'Da der Landkreis und die Stadt Kaufbeuren ein einheitliches Pflichtfahrgebiet bilden, werden die Tarife aufeinander abgestimmt', erklärt Schlamber. Die Anfahrtspauschale wird demzufolge von drei auf 3,40 Euro steigen, sollte der Stadtrat den Beschluss bewilligen. Der Preis pro Kilometer untertags werde von 1,60 auf 1,70 Euro steigen. 'Das ist kein riesen Betrag', sagt er weiter. 'Kein Grund, jetzt schon panisch zu werden oder gar nicht mehr mit dem Taxi zu fahren.

' Seit der letzten Tarifänderung seien immerhin fünf Jahre vergangen und 'irgendwann muss man schließlich etwas ändern. Auch die Tarife für Bus- oder Zugfahrkarten werden ständig abgeändert.'

Der Meinung ist auch Peter Müller, der Leiter der Taxizentrale Kaufbeuren. 'Auf fünf Kilometer steigt der Preis nur um rund 90 Cent', sagt er. 'Wir sind trotzdem günstiger als beispielsweise das Oberallgäu.' Müller selbst ist Taxifahrer und spürt die Veränderungen der vergangenen Jahre. Der Benzinpreis steige stetig an und die Versicherungen würden teurer. Da sei es nur eine Frage der Zeit gewesen, bis eine Tarifänderung kommt.

Weniger Trinkgeld

Für die Taxifahrer selbst wird es 'dringend notwendig, dass eine Tariferhöhung kommt', findet auch Günter Richter. Der 58-Jährige ist seit vielen Jahren Taxifahrer und hat bisher zwei Preisänderungen miterlebt. 'Der Benzinpreis und alle anderen Kosten steigen, da müssen wir auch ein bisschen mehr fordern.' Viele seiner Kunden verstünden diese Preissteigerung nicht und beschwerten sich regelmäßig. 'Fast jeder Zweite ist mit dem Preis unzufrieden', sagt Richter weiter. 'Aber für dieses Geld bekommen sie auch viel Komfort, denn wir holen unsere Kunden rund um die Uhr und liefern sie direkt zuhause ab.' Zu Beginn der 1990er-Jahre sei der Grundpreis bei 2,50 Euro gelegen. Dass er heute bei 3,40 Euro liegen wird, 'ist also im Vergleich zum stark gestiegenen Spritpreis nicht schlimm'.

Doch für die Taxifahrer hat die Tarifänderung auch eine negative Seite, weiß Gudrun Wasyl. Seit einem Jahr fährt sie Taxi und auch sie bemerkt täglich, dass Kunden, denen der Preis zu hoch ist, kein Trinkgeld mehr geben. 'Bei einer Preissteigerung profitieren wir nicht. Es wäre dennoch schön, wenn die Kunden unsere Dienste mehr schätzen würden.'

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