Oberallgäu
Tausende feiern das Ende des Alpsommers mit

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Ganz im Zeichen des Viehscheids stand der Samstag: In vier Orten der Region - Obermaiselstein, Immenstadt, Missen und Riezlern - wurde das Jungvieh zu Tal getrieben. Tausende Besucher feierten das Ende des Alpsommers mit. In Immenstadt und in Missen nutzten Landwirte die Gelegenheit, vor großem Publikum auf die Milchpreis-Misere aufmerksam zu machen. » Seite 33

Mit 1397 Tieren von zwölf Alpen ist der Obermaiselsteiner Scheid einer der größten Alpabtriebe überhaupt, alleine die größte Herde der Alpe Rohrmoos zählte 253 Rinder. Hochzufrieden waren die Älpler dort mit dem guten Sommer, der sich hier auch in der Zahl der Kranzrinder widerspiegelte: zehn Alpen führten ein Rind mit prächtigem Kopfschmuck vorneweg, Zeichen einer unfallfreien Alpsaison. Hoher Besuch hatte sich in Obermaiselstein zwar nicht angesagt, aber kurz entschlossen eingestellt: Bayerns Justizministerin Beate Merk (CSU) tauchte dort auf, lobte in kurzen Worten die Leistung der Land- und Alpwirtschaft und ließ die wahlkampfmüden Festzeltbesucher dann schnell in Ruhe weiterfeiern, um ihrerseits das Fest zu genießen.

820 Tiere, darunter 777 Stück Jungvieh von zwölf Alpen trieben die Hirten und ihre Helfer zum Scheidplatz in Immenstadt. Tausende Schaulustige, Gäste und Einheimische, säumten auch hier die Straßen. Kranzrinder konnten hier die Alpen Schwanden, Mittag, Starkatsgund, Mittelberg und Hinterkrumbach ins Tal führen. Auch die Alpe Wildegund hätte eines haben können, Siegfried Spettel hatte aber verzichtet, um auf den für viele Bauern unerträglich niedrigen Milchpreis zu verweisen. Der Alpabtrieb mündete bei strahlendem Sonnenschein in eine fröhliche Feier auf dem Viehmarktplatz. Bürgermeister Armin Schaupp erfüllte sein im letzten Jahr gegebenes Versprechen und begleitete zusammen mit der Familie Sigl erneut die Herde der Alpe Gund ins Tal. 2010 wird er mit den Hirten der Alpe Mittag ins Tal gehen. Die hatten beim Scheidschellenwürfeln die Schelle der Stadt gewonnen.

Mit donnerndem Glockengeläut zogen in Riezlern vier große Herden mit 730 Tieren ins Tal. Sie hatten den Sommer auf den Alpen Innerduura-Stierhof, Bärgunt, Zwerenalpe-Außerkuhgehren und Galtöde-Schwarzwasser verbracht. «Wir haben hier in Riezlern einen kleinen, aber feinen Viehscheid», sagte Moderator Gerhard Hilbrand. Zufrieden mit dem Alpsommer sind auch die Walser - er hatte regenreich begonnen; erst ab August gab es stabiles Spätsommerwetter. «Aber die gefürchteten Wintereinbrüche in den Bergen sind Hirten und Tieren diesmal erspart geblieben.» Gesömmert wurden auf den Walser Alpen rund 1800 Tiere. Wobei die einheimischen Bauern ihr Vieh bereist gesondert ins Tal geholt hatten. Zum Viehscheid nach Riezlern waren mehrere hundert Besucher gekommen.

Und auch in Missen kehrten vor einigen hundert Schaulustigen 350 Rinder in sieben Herden - Pfarralpe, Obereibele, Vogt Alpe, Alpe Eggele, Unter Eibele, Neuschwand, Gemeindealpe - kehrten ins Tal und zu ihren Besitzern zurück.

Der letzte Viehscheid im Oberallgäu findet heute in Bolsterlang statt. Die 10. internationale Älplerletze schließt dann am Sonntag, 27. September, am Fellhorn in Oberstdorf den Alpsommer ab.

Bilder zum Viehscheid im Internet: www.all-in.de/viehscheid

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