Kaufbeuren / Ostallgäu
Tariflohn im öffentlichen Dienst umstritten

Für einen Hartz IV-Empfänger wären 8,50 Euro Stundenlohn schon sehr interessant, andere würden dafür keinen Finger rühren. Doch die 8,50 Euro sind der Einstiegslohn für Reinigungskräfte, die im öffentlichen Dienst arbeiten - eindeutig zu wenig, meint ein AZ-Leser. Gerade die Kommunen sollten Vorreiter für eine anständige Bezahlung sein, so der Leser.

«Mehr ist nicht erlaubt, sonst verstoßen die Kommunen gegen den Tarifvertrag», stellt jedoch Herrmann Wißmiller, stellvertretender Personalleiter im Landratsamt Ostallgäu fest. Der Tarifvertrag für Beschäftigte im öffentlichen Dienst wurde nämlich zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmervertretern ausgehandelt. Demnach gibt es sechs Entgeltgruppen. In der Ersten bekommen die Beschäftigten 8,50 Euro plus ausgehandelte Sonderzuwendungen. Natürlich sei der Lohn nicht allzu hoch. Doch die Kommunen zahlten damit eine ähnliche Summe wie in der privaten Wirtschaft. Das soll die öffentlichen Arbeitgeber konkurrenzfähiger machen. Und vielleicht stellen sie auch mehr Leute bei dem Lohn ein, erläutert Wißmiller.

Anders sieht das Andreas Lieb. Für den Bürgermeister von Irsee ist die Bezahlung nicht sehr attraktiv: «Das ist eigentlich zu wenig.» Schließlich müssten die Reinigungskräfte in der Schule oder im Kindergarten auch spezielle Kenntnisse haben: «Das ist mehr als nur einen Staubwedel schwingen», so Lieb.

Die Stadt Kaufbeuren hat mit dem Lohn dagegen «eher kein Problem», sagt der Leiter der Personalabteilung, Robert Fichtl. Allerdings vergebe die Stadt ihre Aufträge an Gebäudereinigungsfirmen. «Dabei verlangen wir aber, dass der Mindesttarif eingehalten wird.» Lediglich für das Alten- und Pflegeheim suchte die Stadt Reinigungskräfte. «Und da haben wir gute Leute gefunden», so Fichtl.

Ähnlich verfährt die Gemeinde Kaltental: «Wir haben keine Reinigungskräfte eingestellt, sondern den Auftrag an eine Firma vergeben», erklärt Bürgermeister Manfred Hauser. Dabei seien die Stellen auch immer sehr schnell besetzt. Zudem seien Hauser aus der Verwaltungsgemeinschaft Westendorf, bei der er zurzeit den Vorsitz führt, auch keine Probleme bekannt.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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