Österreich
Tanktourismus bald ade?

Dös is ned leiwand für die österreichischen Autofahrer: Die Bundesregierung in Wien hat als Teil ihres Steuer- und Sparpaketes die Erhöhung der Mineralölsteuer um vier Cent für Benzin und fünf Cent für Diesel angekündigt.

Somit werden auch Allgäuer Autofahrer, die in Grenznähe wohnen, bald nicht mehr so billig in Tirol oder Vorarlberg tanken können. Bisher herrscht wegen des Unterschiedes von bis zu 20 Cent pro Liter ein reger Tanktourismus vom Allgäu nach Österreich. Aufgrund der unterschiedlichen Besteuerung von Mineralöl gibt es in Mitteleuropa in den einzelnen Staaten ziemlich abweichende Spritpreise.

Während in Deutschland derzeit der Liter Benzin rund 1,40 Euro und Diesel 1,20 Euro kosten, ist der Treibstoff zum Beispiel an Luxemburger, tschechischen oder österreichischen Tankstellen viel günstiger zu bekommen - teilweise um 20 Cent pro Liter, was bei einer Tankfüllung von 60 Litern 12 Euro ausmacht.

Da lohnt sich ein Ausflug ins benachbarte Ausland, selbst wenn man 40 oder 50 Kilometer von der Grenze entfernt wohnt. Der Ersatzkanister wird ja schließlich auch noch voll gemacht.

In Zukunft gestaltet sich die Sprit(z)-Tour vom Allgäu aus nach Tirol oder Vorarlberg nicht mehr so attraktiv. Denn zur höheren Mineralölsteuer kommt in Österreich auch noch die Erhöhung der Umsatzsteuer hinzu. Unterm Strich verteuert sich der Liter Benzin um etwa fünf Cent, der Diesel um sechs Cent.

Bei nur noch 14 oder 15 Cent pro Liter Preisunterschied muss ein deutscher Autofahrer schon genauer rechnen, ob sich der Zeitaufwand und die Fahrtstrecke rentieren. Nutznießer der österreichischen Steuererhöhung könnten deutsche Tankstellen-Betreiber im Grenzgebiet sein, die bisher zum Teil stark darunter leiden, dass ein großer Teil der Kundschaft ein paar Kilometer weiter zum Tanken ins Ausland fährt.

Während die österreichische Regierung von der Erhöhung der Mineralölsteuer Mehreinnahmen in Höhe von über 400 Millionen Euro pro Jahr erwartet, laufen Interessenverbände Sturm gegen die Pläne. So bezeichnet der Österreichische Automobil-, Motorrad- und Touring Club (ÖAMTC) die Erhöhung der Spritsteuer als «völlig verfehlt» und fordert zumindest als Ausgleich die Erhöhung der Pendlerpauschale. Der Auto-, Motor- und Radfahrerbund Österreichs (ARBÖ) geißelt die Pläne als «eiskaltes Abkassieren». Rettungsorganisation wie der Arbeiter Samariter Bund Österreichs sehen sich durch die Wiener Politik gar in ihrer Existenz gefährdet.

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ