Tafeln sammeln Lebensmittel

Lindenberg/Ravensburg | sym | Einerseits werden Lebensmittel weggeworfen, andererseits leiden Menschen Not: Hier schaffen die Tafelläden Abhilfe. Die Nachfrage armer Menschen ist oft größer als das Angebot. Neun dieser Tafeln, darunger die in Lindenberg und Lindau. aus der Region wenden sich daher an den nächsten Samstagen ans Einkaufsvolk. Ihre Aufforderung: «Kauf eins mehr».

«Essen, wo es hingehört»: Unter diesem Motto haben sich zehn Tafeln im Geviert Lindau, Lindenberg, Ravensburg, Saulgau, Friedrichshafen zusammengetan. Ihre Träger sind Caritas, Kirchengemeinden und Deutsches Rotes Kreuz. Ihre Stütze sind jedoch die über 400 ehrenamtlichen Helfer, die Ladenöffnungszeiten zwischen einem (in Isny) und sechs Tagen ermöglichen.

Sie holen die von Händlern und Produzenten gespendeten Lebensmittel ab und verhindern so, dass noch gut konsumierbare Waren aussortiert werden und im Müll landen. Damit füllen sie die Regale der Tafelläden, in denen sich Menschen in Not zu äußerst günstigen Preisen versorgen können.

Für den Tafeleinkauf braucht es einen Berechtigungsschein, den Sozialämter oder Beratungsstellen ausstellen. Wer mit sozialer Grundsicherung auskommen muss, erhält einen solchen Schein. Das gilt auch für Einkommensschwache, die um 15 Prozent über diesem Level liegen.

4900 Berechtigungsausweise - dahinter stehen 11000 Personen - gibt es für die zehn Tafeln des regionalen Netzwerks. Für die Träger ist es ein deutliches Zeichen dafür, dass auch in unserer relativ wohlhabenden Region die Armut wächst. «Wir haben in manchen Segmenten schon Engpässe, so bei Frischwaren und Grundnahrungsmitteln», sagt Harald Thomas, Geschäftsführer des Kreis-Caritasverbandes Lindau. «Es fehlt vor allem an Molkereiprodukten», ergänzen Hubertus Diemer und Jörg Thomas Kuon vom Deutschen Roten Kreuz.

Keiner soll sich schämen, wenn er in einen Tafelladen geht. «Wir betrachten die Leute als Kunden und nicht als Bittsteller», sagt Kuon. Dem pflichten Elmar Schlecker von der Saulgauer Tafel sowie Renate Köster und Hermann Zimmerer (Friedrichshafen) bei. Und deshalb wollen neun Tafeln an den kommenden Samstagen die Bevölkerung bitten: «Kauft eins mehr!»

Ehrenamtliche Helfer stehen am 29. November und am 6. Dezember vor den Ladentüren großer Einkaufsmärkte verteilen Flyer und erklären die Aktion. Wenn die Kunden den Laden verlassen, dann können sie gleich ihre Lebensmittelspende abgeben. Erwünscht sind vor allem länger haltbare Artikel wie Babynahrung oder Putzmittel, Nudeln oder Zucker.

Beteiligt sind die Tafeln in Lindenberg, Lindau, Bad Saulgau, Friedrichshafen, Isny, Leutkirch, Ravensburg, Weingarten und Wangen. Ehrenamtliche Helfer stehen an den nächsten beiden Samstagen vor Lebensmittelgeschäften - meist Discounter wie Lidl und Aldi - und bitten um Lebensmittelspenden. Erwünscht sind vor allem länger haltbare Artikel.

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