Kaufbeuren / Gablonz
Symbolhafte Unterschrift mit lautem Surren

Mit dem durchdringenden Surren zweier Handgraveurgeräte wurde am Samstag die Städtepartnerschaft zwischen Kaufbeuren und Gablonz an der Neiße, dem tschechischen Jablonec nad Nisou, besiegelt. Die Oberbürgermeister der beiden Städte setzten im Rathaus von Gablonz ihre Unterschrift unter das Vertragswerk, das in zwei mächtige Glaszylinder eingraviert ist. «Glas könne sehr fest sein, aber auch zerbrechlich», so Lukas Pleticha, Vizebürgermeister von Gablonz. Es spiegle die Verbindung zwischen den beiden Städten sowie über 1000 Jahre deutsch-tschechisches Verhältnis wider. Zudem sei die Glasindustrie, von der die Stadt Gablonz geprägt ist, ein verbindendes Element mit dem Kaufbeurer Stadtteil Neugablonz.

Kaufbeurens Oberbürgermeister Stefan Bosse hob die Bedeutung des Abkommens heraus, das über die Partnerschaft zwischen den beiden Städten hinausgehe. Sie basiere auf einer leidvollen Vergangenheit für beide Seiten. «Wir sind uns der besonderen Verantwortung, die dadurch entsteht, bewusst», sagte er. Der gemeinsame Weg werde mit viel Verständnis und Sensibilität beschritten, versprach Bosse. «Dieser Prozess ist das Europa, das ich mir immer gewünscht habe», sagte Petr Tulpa, Oberbürgermeister von Gablonz. «Ein unbürokratisches Europa mit freundschaftlichen Beziehungen.» Er wünsche sich eine Partnerschaft, die in die Zukunft blickt und die bestehenden, langjährigen Beziehungen beider Städte unterstreicht. Bosse und Tulpa tauschten anschließend als Beweis für das gegenseitige Vertrauen kurzzeitig die Amtsketten.

Bei der Vertragsunterzeichnung waren auch Vertreter der anderen Partnerstädte von Gablonz, Bautzen und Zwickau (Deutschland), Ronse (Belgien) und Marsciano (Italien), dabei.

Am Rande der Veranstaltung besuchte Bosse zusammen mit Dr. Thomas Jahn, dem Vorsitzenden des Gablonzer Heimatkreises in Neugablonz, den Gedenkstein auf dem Friedhof von Labau, der vor etwa zehn Jahren dort von ehemaligen Einwohnern aufgestellt wurde und auf dem die Namen aller heimatvertriebener Familien stehen.

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