Rekordteilnahme an LBV-Aktion
"Stunde der Gartenvögel": Weitere Vogelarten könnten vom Meisensterben betroffen sein

Der Grünfink setzt seinen Abwärtstrend fort und wird mittlerweile nur noch halb so oft in den Gärten gezählt wie zu Beginn der Zählung 2005.
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  • Der Grünfink setzt seinen Abwärtstrend fort und wird mittlerweile nur noch halb so oft in den Gärten gezählt wie zu Beginn der Zählung 2005.
  • Foto: Rosl Roessner/LBV
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Über 25.000 Menschen haben bei der "Stunde für Gartenvögel" Anfang Mai mitgemacht und in über 17.400 Gärten, Parks und Balkonen ihre Vögel gezählt. Damit konnte der Teilnehmerrekord vom Vorjahr mehr als verdoppelt werden. Das teilt der Landesbund für Vogelschutz (LBV) mit. "Wir sind überwältigt von der sensationellen Beteiligung an unserer Mitmachaktion", sagt Annika Lange, LBV-Citizen-Science-Beauftragte.
"Wir freuen uns, wenn das Interesse von Dauer ist und die zahlreichen Erst-Teilnehmer auch im nächsten Jahr wieder mitzählen.

Auch Rothkehlchen und Goldammer vom Meisensterben betroffen?

Nach Auswertung der Zählungen steht fest: Auch Bayern bleibt nicht vom Blaumeisensterben verschont. Wie im bundesweiten Durchschnitt seien auch in Bayern 22 Prozent weniger Blaumeisen als noch im Vorjahr gezählt worden, so Lange. Dieser Rückgang sei zumindest teilweise mit dem Blaumeisensterben zu erklären, dass durch das Bakterium Suttonella ornithocola ausgelöst wird. Außerdem verzeichneten auch Goldammer und Rotkehlchen einen Rückgang. Die beiden Vogelarten werden laut LBV im Rahmen des Meisensterbens häufig mitgemeldet. Der LBV vermutet einen Zusammenhang. "Ein Labornachweis des Bakteriums liegt bei diesen Arten jedoch noch nicht vor“, erklärt Lange.

Mit nur noch 1,54 Vögeln pro Garten im Gegensatz zu zwei beobachteten Vögeln 2019, haben die Teilnehmer*innen 22 Prozent weniger Blaumeisen in Bayern gezählt.
  • Mit nur noch 1,54 Vögeln pro Garten im Gegensatz zu zwei beobachteten Vögeln 2019, haben die Teilnehmer*innen 22 Prozent weniger Blaumeisen in Bayern gezählt.
  • Foto: Rosl Roessner/LBV
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Spatz häufigster Vogel - Verlierer ist der Grünfink

Der Haussperling, auch Spatz genannt, kommt in den Bayerischen Gärten mit über vier Vögeln am häufigsten vor. Auf Platz zwei folgt die Amsel. Sie kommt in über 90 Prozent der Gärten vor und ist damit die am weitesten verbreitete Vogelart in Bayern. Dahinter rangiert der Feldsperling (3.) vor dem Star (4.). Auf Platz fünf folgt die Kohlmeise vor der Blaumeise (6.). Verlierer dieses Jahr ist wie in den Vorjahren der Grünfink. Er setzt seinen Abwärtstrend fort und wird mittlerweile nur noch halb so oft in den Gärten gezählt wie zu Beginn der Zählung 2005. 

Der Grünfink setzt seinen Abwärtstrend fort und wird mittlerweile nur noch halb so oft in den Gärten gezählt wie zu Beginn der Zählung 2005.
  • Der Grünfink setzt seinen Abwärtstrend fort und wird mittlerweile nur noch halb so oft in den Gärten gezählt wie zu Beginn der Zählung 2005.
  • Foto: Rosl Roessner/LBV
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Der Gewinner: Die Ringeltaube

Zu den Gewinnern zählen neben den Türken- vor allem die Ringeltauben. Denn der Bestand der Ringeltaube entwickle sich seit Jahren positiv, so der LBV. Beide Taubenarten sind Wildtauben und nicht mit der gemeinen Stadttaube zu verwechseln. Auch Mauersegler und Mehlschwalben sind dieses Jahr wieder häufiger gemeldet worden. Allerdings sind beide Arten durch das Insektensterben gefährdet. Denn vor einem Jahrzehnt wurden noch deutlich mehr der Insektenfresser gezählt. 

Mehlschwalben wurden dieses Jahr erfreulicherweise wieder häufiger gezählt.
  • Mehlschwalben wurden dieses Jahr erfreulicherweise wieder häufiger gezählt.
  • Foto: Rosl Roessner/LBV
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Nächste Zählung: Januar 2021

Detaillierte Ergebnisse auf Bundes-, Landes- und Landkreisebene gibt es auf der Internetseite: www.stunde- der-garten-voegel.lbv.de. Wer Lust bekommen hat, weiter zu zählen, kann noch bis 09. Juni an der Citizen-Science-Aktion „Insektensommer“ von LBV und NABU teilnehmen. Die nächste Zählung der Vögel im Garten, die „Stunde der Wintervögel“, steht vom 8. bis 10. Januar 2021 an.

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