Streitschlichter ersticken Gewaltbereitschaft

Oberstdorf | sme | Es sind vorwiegend Drängeleien und Hänseleien, wegen derer die Streitschlichter der Hauptschule Oberstdorf eingreifen. Das Projekt gegen Gewaltbereitschaft und Aggression von Schülern untereinander läuft seit Dezember. Betreut wird es von der Sozialpädagogin Nadja Schuster in Zusammenarbeit mit Beratungslehrer Holger Puchinger und der Schulleitung.

23 Schülerinnen und Schüler hatten sich als mögliche Streitschlichter gemeldet. Mit ihnen erarbeitete Nadja Schuster in einem zweitägigen Seminar die Grundlagen der Mediation sowie die verschiedenen Konfliktmöglichkeiten und Gesprächsregeln.

Die Schüler vom 'Schlichterteam' lernten auf diese Weise, bei Streitereien zwischen Schülern richtig zu reagieren. Das heißt, sich neutral zu verhalten, zuzuhören und sich in die Rolle des anderen zu versetzen. In der Schule verteilten sie Plakate, in denen auf das Engagement aufmerksam gemacht wird. Im Schulgebäude erhielten die 'Schiedsrichter' einen eigenen Raum, wo sie sich treffen und austauschen können. Und sie stellten einen Briefkasten auf, in dem Mitschüler eine Nachricht hinterlassen können.

Unparteiisch verhalten

Streitschlichtern kommt die Aufgabe zu, bei Auseinandersetzungen zwischen Schülern friedliche und nachhaltige Lösungen zu erarbeiten, die von den 'Streithähnen' akzeptiert werden. Bei 15 verschiedenen Streitfällen musste das Team bisher eingreifen. 'Wir haben gelernt, uns in Konflikten unparteiisch zu verhalten', sagen die Streitschlichter. 'Dies gilt auch dann, wenn uns jemand eigentlich leid tut.' Jeder Einsatz wird von Sozialpädagogin Schuster im Gespräch mit den Schlichtern nachbereitet, um daraus für Folgeseminare weiterer Schüler die richtigen Schlüsse zu ziehen. 'Damit entsteht in einer Art Schneeball-System ein gemeinsames Miteinander an der Schule, bei dem die Starken den Schwächeren helfen', erklärt Nadja Schuster den Hintergrund.

Unterstützt wurde das Streitschlichter-Projekt in der Anfangsphase von der Sparkasse, dem Kiwanis-Damenclub und dem Lions-Club. Jetzt hat der Schulverband Oberstdorf zugesagt, das Projekt weiter zu fördern. Damit ist die Arbeit der Sozialpädagogin an der Hauptschule erst einmal gesichert.

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ