Marktoberdorf
Stotterstart statt Sturm und Drang

Nein, mit dem FC Bayern München als solchen kann man den TSV Marktoberdorf vor dem kommenden Spieltag wahrlich nicht vergleichen - wohl aber in Relation stellen. Der TSV steht heute um 15.30 Uhr vor der schwierigen Aufgabe gegen den FC Königsbrunn, Bayern muss gegen Meister VfL Wolfsburg ran.

Auf der Seite der Unterschiede ist zuvorderst einfach die wirtschaftliche Lage zu nennen. Hier die großen Bayern mit ihrem immerwährenden Festgeldkonto, das auch teure Panikkäufe erlaubt - dort der klamme TSV, der seinen Spielern vernünftigerweise in dieser Liga gar kein Geld zahlt.

Viel Sachverstand und Autorität

Wo wir schon bei den Gemeinsamkeiten wären: Beide Trainer sind erfahren, haben großen fußballerischen Sachverstand und viel Autorität. Auch müssen beide Trainer in dieser Saison ein neues Gerüst erfinden. Hier der neue Trainer Louis van Gaal, der sein Team komplett neu finden und erfinden muss, dort Norbert Schmidbauer, dem es ähnlich geht: Eigentlich kann er auf eine eingespielte und taktisch kluge Mannschaft zurückgreifen, Verletzungssorgen und Neuzugänge wirbelten die Eingespieltheit des TSV jedoch durcheinander - fast wie beim FC Bayern.

Wo im vergangenen Jahr eine taktisch hervorragend agierende TSV-Mannschaft auf dem Platz stand, quält sich in diesem Jahr bisher meist ein Team ohne großen Esprit und Plan durch die Spieltage.

Vor dem Spiel gegen Königsbrunn, das gut in die Saison startete, gibt es schlechte Nachrichten zu verkraften: Mittelfeldmotor Harald Plundrich und Abwehrchef Michael Pfanner fallen nach ihren Roten Karten in Kempten bis auf Weiteres gesperrt aus, und nun macht auch noch der bisherige Lichtblick dieser Saison, Michael Strehle, sein vorerst letztes Spiel für den TSV: Er setzt sein Studium in Kanada fort. Auf der Habenseite stehen inzwischen wieder Christian Schmölz und Johannes Schmidbauer, die wieder genesen sind. Zudem scheint die Formkurve der hochgelobten, bisher aber wenig aufgefallenen Zwillinge Daniel und Michael Keller nach oben zu zeigen.

So recht will es noch nicht klappen

Die personellen Möglichkeiten sind also bei den Bayern und beim TSV Marktoberdorf eigentlich nicht ganz schlecht. So recht will es in dieser Saison aber nicht klappen. Wo die Bayern den Meistertitel in der Bundesliga anstreben, will der TSV eigentlich oben mitmischen. Die Wirklichkeit sieht trotz der hohen Erwartungen vor der Saison anders aus. Die Bayern krebsen genau wie der TSV in der Nähe der Abstiegsränge herum. Kein Wunder, dass für Norbert Schmidbauer in diesem Spiel nur drei Punkte zählen. Durch eine offensive Grundausrichtung sollen sie erzwungen werden.

Die Bayern haben ein ähnliches Ziel, aber eine andere Herangehensweise: Sie haben einfach den niederländischen Mittelfeldraser Arjen Robben verpflichtet, um ihrer lahmenden Offensive mehr Schwung zu verleihen.

Grundverschieden und doch ähnlich

Alles in allem stehen beide Mannschaften vor einem richtungweisenden Spiel: Geht es nach oben oder nach unten? Und auch wenn die Clubs so verschieden sind wie nur irgend möglich, in einem sind sie sich sehr ähnlich: Auf dem grünen Rasenquadrat, auf dem doch Amateure, Weltclubs und Superstars gleichermaßen spielen, da läuft es momentan nicht rund.

TSV Marktoberdorf: Waldvogel (Friegel), Paulsteiner, D. Keller, Müller, Schmölz, Eiband, Strehle, Kaufmann, Schmidbauer, Satzger, Zischka, M. Keller, Hauser, Swoboda (Treffpunkt um 14 Uhr am Stadion).

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