Kaufbeuren
Stolz auf eine Vorzeigeinstitution

Hohes Lob kam von Kaufbeurens Oberbürgermeister: «Sie können stolz sein auf die Kaufbeurer Tafel. Ich halte sie für eine Vorzeigeinstitution», so Stefan Bosse bei der Zehnjahresfeier der «Kaufbeurer Tafel - Gratislädle» im Haus St.Martin. Gertrud Sauter, Vorstandsmitglied und «eigentlicher Motor» des eingetragenen Vereins, gab dabei zu bedenken, dieser Tag sei eigentlich kein Grund zum Feiern, «denn es ist traurig, dass solche Einrichtungen überhaupt gebraucht werden. Es ist aber gut, dass es uns gibt.» Sie begrüßte auch den gesundheitlich angeschlagenen Alfred Peter. Dieser sei seinerzeit «die treibende Kraft im Rathaus» gewesen, um dieses Projekt zu initiieren. Sauter ließ die vergangenen zehn Jahre Revue passieren, in denen auch «viel Lehrgeld gezahlt» werden musste. So habe man von der Regelung «Jeder darf kommen und bekommt Lebensmittel» schnell abkommen und Ausweise für Bedürftige einführen müssen. «Jede Woche kommen etwa 200 Personen zu uns, die für etwa 500 Leute Lebensmittel holen, die wir mit Dank von den Märkten erhalten», so Sauter.

Der katholische Stadtpfarrer Adolf Nießner, Vorsitzender der Tafel, zeigte sich froh, dass er Gertrud Sauter gewinnen konnte. Diese habe zwar nicht den Vorsitz inne, mache «aber die Arbeit mit Liebe und Herzblut». Reiner Haupka (München), Vorsitzender der Ländervertretung Bayern-Süd des Bundesverbands Deutsche Tafel, betonte, die Armut in einem der reichsten Länder zeige sich zum Beispiel daran, dass es in Deutschland etwa 800 «Tafeln» mit fast 40 000 ehrenamtlichen Helfern gebe. Seit Gründung der «Tafel»-Bewegung habe sie sich zur «größten bürgerschaftlichen Bewegung der letzten 17 Jahre entwickelt». Wie zuvor OB Bosse ging er der Frage nach, ob die «Tafel» nicht die Armut und Bedürftigkeit verstärke oder gar verfestige. «Der Wegfall der Tafeln würde in der jetzigen gesellschaftlichen Situation zu erheblichen Versorgungsproblemen bei den Betroffenen führen», so Haupka.

Werner Blind garnierte das Programm mit einem humorigen Mundartgedicht. Musikalisch begleitete die Instrumentalgruppe «Laetitia» die Feierstunde. (oll)

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