Stolz auf die Geschichte des Hutes sein

Westallgäul sgö l Am morgigen Freitag endet die Bewerbungsfrist zur Wahl der vierten Lindenberger Hutkönigin. Aktuell haben sich gerade mal eine Hand voll Interessierte, darunter die Hälfte Westallgäuerinnen, bei der Stadtverwaltung gemeldet. Grund genug, mit der bisher einzigen Westallgäuer Hutkönigin Claudia Rudolph (geborene Morawietz) zu reden.

Was hat Ihnen am Amt der Hutkönigin besonders gefallen?

Claudia Rudolph: Zum einen kann man modische Kreationen tragen, die man daheim im im normalen Leben nicht tragen würde. Es ist dieser Reiz, den Spaß am Ausgefallenen ausleben zu können. Zum anderen kommt man viel in Kontakt mit Menschen, was - wenn man wie ich Freude daran hat - sehr spannend und unterhaltsam ist.

Wie erklären Sie sich, dass sich bisher nur wenige Kandidatinnen und vor allem erst zwei Westallgäuerinnen beworben haben?

Rudolph: Das finde ich wirklich schade. Einige denken sicher, dass es wie bei einer Miss-Wahl ist und sagen: ‘So ein Quatsch. Ich will mich doch nicht lächerlich machen.’ Aber es geht nicht darum, sich als Model wählen zu lassen, sondern die Hutindustrie und die Stadt Lindenberg zu vertreten. Außerdem hat sich die amtierende Hutkönigin sehr eingebracht. Vielleicht glauben einige, sich den Zeitaufwand nicht leisten zu können.

Wie groß ist der Zeitaufwand denn wirklich?

Rudolph: Wie zeitintensiv sich die jetzige Hutkönigin engagiert, ist von der Stadt Lindenberg sicherlich nicht gefordert. In meiner Amtszeit hatte ich nicht mehr als zehn Termine im Jahr. Auch für berufstätige Frauen und Mütter ist der Zeitaufwand durchaus vertretbar, weil die Veranstaltungen - Präsentationen, Modeschauen, Messen - größtenteils am Wochenende stattfinden. Ich kann mir gut vorstellen, dass man auch seine Kinder dorthin mitnehmen kann.

Spielt es vielleicht auch eine Rolle, dass das Amt in seiner kommenden vierten Auflage an Reiz verloren hat, weil das ‘Neue’ daran verloren gegangen ist?

Claudia Rudolph: Das möchte ich nicht in Abrede stellen. Das Schöne ist aber doch, dass ich es selbst in der Hand habe, das Amt nach eigenen Schwerpunkten auszugestalten. In meiner Amtszeit habe ich mich besonders dem Sozialen zugewandt, die jetzige Hutkönigin präsentiert sich besonders in Rundfunk und Fernsehen. Ich kann mir gut vorstellen, dass die nächste Hutkönigin vielleicht noch mehr Tradition, Heimat und Geschichte in den Vordergrund stellt.

Wieso sollte man sich gerade als Westallgäuerin für das Amt der Hutkönigin bewerben?

Rudolph: Das ist ganz einfach: Die Hutindustrie ist mit Firmen in Lindenberg und Weiler im Westallgäu heimisch. Einige Firmen schrieben und schreiben Geschichte in der Industrie. Die Leute im Westallgäu können stolz darauf sein und erhobenen und behüteten Hauptes Werbung für ihre Heimat machen.

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